Österreich

Erste Operationen wegen Corona abgesagt

AUVA-Krankenhäuser verweisen auf Engpässe bei Schutzmasken, sterilen Handschuhen und Desinfektionsmitteln.

Symbolbild SN/robert ratzer
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105 Personen sind, Stand Sonntagabend, in Österreich mit dem Coronavirus infiziert. Am Samstagabend lag die Zahl bei 81. Mehr als 4500 wurden bisher getestet. Allein Niederösterreich meldete am Sonntagvormittag acht neue Infektionen. In Wien musste ein kleiner Privatkindergarten für zwei Wochen geschlossen werden, weil sich eine Mitarbeiterin mit dem Virus angesteckt hatte. Die Zahl der Infizierten in der Bundeshauptstadt stieg auf 32.

Eine Mitarbeiterin des Landeskrankenhauses Hartberg wurde nach einem Auslandsaufenthalt positiv auf das Coronavirus getestet. Sie hatte Kontakt zu 23 Patienten, unter ihnen zwölf Personen, die weiterhin stationär im LKH Hartberg versorgt werden. Elf Personen sind in häuslicher Absonderung. 34 Mitarbeiter des LKH Hartberg werden zwei Wochen lang in häuslicher Absonderung verbringen.

Unterdessen dürften die ersten Krankenhäuser mit Ressourcenknappheit kämpfen. Patienten, die im Unfallkrankenhaus Graz auf eine Operation warten, wurden schriftlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihr Eingriff nicht zum geplanten Termin stattfinden könne. In einem Schreiben, das die "Kleine Zeitung" veröffentlichte, hieß es: "Aufgrund der zurzeit weltweiten Verbreitung des Coronavirus und den damit verbundenen zeitlich nicht absehbaren globalen Materialengpässen betreffend Schutzmasken, sterilen Handschuhen, Desinfektionsmittel und Ähnlichem sind Planoperationen in den Unfallkrankenhäusern der AUVA bis auf Weiteres auf Anordnung der Medizinischen Direktion bzw. der Generaldirektion in einem hohen Maß einzuschränken."

Unterschrieben ist das Informationsblatt von der Führung des Grazer UKH. Es sei eine Vorsichtsmaßnahme. Die erste Reaktion der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA: "Die Unfallkrankenhäuser der AUVA sind spezialisiert in der Versorgung von Schwerverletzten. Der AUVA ist es ein großes Anliegen, ihre Patientinnen und Patienten bestmöglich behandeln zu können. Damit wir auch mittelfristig die Versorgung mit den notwendigen Materialien sicherstellen können, schränken wir die Anzahl der elektiven Eingriffe bis auf Weiteres ein. Betroffene Patientinnen und Patienten werden direkt informiert und bekommen so rasch wie möglich einen neuen Termin für ihre geplante Operation." Damit greift die AUVA als erster Krankenanstaltenträger zu so einer Maßnahme. Der Wiener Krankenanstaltenverbund KAV hat diese Probleme offenbar nicht. "Wir sind noch weit weg von dieser Situation", betonte Mario Dujaković, Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Solcherlei Maßnahmen gehörten zur Pandemieplanung dazu: "Aber nur, wenn die Spitalstrukturen am Limit sind", ergänzte Dujaković. In Wien verfährt man nach dem Prinzip: Nur Coronapatienten mit schwerer Symptomatik kämen in ein Krankenhaus. Leichte Verläufe würden behördlich abgesondert, kämen in 14-tägige Heimquarantäne. "500 Betten stehen aktuell für Coronainfizierte zur Verfügung - "und zwar fertig ausgestattet von A bis Z", sagt Dujaković. Soll heißen: Auch das nötige Material ist verfügbar. Dazu gibt es noch 58 Betten für infizierte Touristen in einem Isolierpavillon im Geriatriezentrum Am Wienerwald in Lainz.

Wie sich die Situation am UKH Salzburg darstellt, blieb am Sonntag unklar.

Aufgerufen am 20.01.2021 um 08:02 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/erste-operationen-wegen-corona-abgesagt-84553954

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