Österreich

Erstochener Tiroler: OLG erhöhte Strafe auf lebenslänglich

Das Oberlandesgericht Innsbruck hat am Donnerstag im Fall eines im Dezember 2014 in seinem Haus in Mühlbachl im Wipptal erstochenen 39-jährigen Tirolers die Strafe für den Angeklagten auf lebenslänglich erhöht. Der 25-Jährige war erstinstanzlich wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Sowohl sein Verteidiger als auch die Staatsanwaltschaft hatten Berufung eingelegt.

Erstochener Tiroler: OLG erhöhte Strafe auf lebenslänglich SN/APA (Archiv)/HERBERT NEUBAUER
Der 25-Jährige wurde erstinstanzlich zu 20 Jahren Haft verurteilt.

"Für diese massive Tat, die grausame Vorgehensweise und die Qualen, die das Opfer erleiden musste, sind 20 Jahre zu gering", sagte die Richterin zum Angeklagten. Außerdem habe der 25-Jährige bis zuletzt die Tat bestritten und auch das Motiv sei nach wie vor unklar, meinte die Richterin.

Dem 25-Jährigen wurde vorgeworfen, seinen Bekannten durch die Zufügung massiver Stichverletzungen vorsätzlich getötet zu haben. Der Angeklagte hatte sich im erstinstanzlichen Prozess im Dezember des vergangenen Jahres nicht schuldig bekannt. Er habe das Opfer zwar an jenem Abend zu Hause besucht, sei nach einer halben Stunde jedoch wieder gegangen, hatte der gebürtige Slowake, der seit Ende 2012 in Österreich lebt, gesagt. Das Opfer soll den heterosexuellen Beschuldigten für sexuelle Dienste bezahlt haben. Der Slowake soll damals in Geldnöte geraten sein.

Insgesamt wurden im erstinstanzlichen Verfahren zehn Gutachten gehört. 14 DNA-Spuren des Angeklagten konnten demnach am Tatort sicher gestellt werden. Unter anderem habe man blutige Spuren am Waschbecken im Bad und drei teilweise mit Blut behaftete, Fingerabdrücke gefunden, die laut Gutachten dem Beschuldigten zuzuordnen sind. Darüber hinaus wurden laut einer Sachverständigen blutige Fußabdrücke des Angeklagten am Tatort sichergestellt.

Eine nahe Verwandte hatte den 39-Jährigen, der allein in dem Haus wohnte, am 16. Dezember 2014 blutüberströmt im Wohnzimmer liegend gefunden. Die Frau, die einen Schlüssel zu dem Haus besaß, wollte nach dem Rechten sehen, da das Opfer entgegen seiner Gewohnheiten in der Früh nicht erreichbar war.

Quelle: APA

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