Ethik für den Alltag

Ethik für den Alltag

Ethik-Experten aus Salzburg schreiben über die Coronakrise.

Ein Virus hat das Leben von fast allen Menschen durcheinandergewirbelt. Der neue Alltag kann auch die Chance sein, neue Denkansätze zuzulassen. Philosophen, Theologen und Naturwissenschaftler vom Salzburger Zentrum für Ethik und Armutsforschung liefern dafür in der Kolumne "Ethik für den Alltag" Anstöße.

Aufgerufen am 21.10.2020 um 04:21 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/ethik-fuer-den-alltag-86022850

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Die COVID-19-Pandemie ist auch eine soziale Herausforderung, weil sie bewährte Hilfen erschwert und nach neuen Formen der Unterstützung verlangt.

Der nun vorerst beendete Lockdown zur Eindämmung von Corona hat für viele Menschen einen radikalen Einschnitt in ihre alltäglichen Abläufe und Zeithorizonte gebracht. Solche Gewohnheitsmuster können sowohl stärkender Rückhalt für die Lebensgestaltung sein als auch einengende und sogar destruktive Wirkungen entfalten.

Neulich im Pinzgau bei meinem Lieblingsbauern ums Eck. Die Kundin vor mir sagt: "Unglaublich, was heute los ist. Wie zu Weihnachten." Mein Blick schweift in den kleinen Hofladen.

Corona fordert unser Verständnis von "Selbstverständlichkeit" heraus. Was vor Kurzem noch "normal" war, ist es nun nicht mehr. Für viele Menschen bedeuten die aktuellen Einschränkungen Neuland.

Die Coronakrise legt die strukturellen Schwächen des Gesundheits- und Pflegewesens schonungslos offen. Beide sind längst zu einer Industrie mutiert, in der das investierte Kapital maximalen Profit zu erzielen hat.

Krisen bieten oft Anlass, weitreichende Veränderungen anzustoßen. Solche oder ähnliche Sätze lesen wir in diesen Tagen vermehrt. Aber wird das wirklich so sein? Werden wir unsere neuen Einsichten für eine andere, bessere Zukunft nutzen?

Derzeit führt der Corona-Shut-Down vor, was "kritische Infrastruktur" bedeutet. Im Setzen einschränkender Maßnahmen zog die Regierung die Linie zwischen kritischen und nicht-kritischen Bereichen des öffentlichen Lebens, letztere wurden vorübergehend ausgesetzt.

Schwere Krankheiten schränken die Freiheit von Menschen ein, durchbrechen Alltagsroutinen, zwingen rücksichtslos neue Notwendigkeiten auf. In der Coronapandemie sind davon viele Menschen betroffen.

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