Österreich

Falscher Arzt betrieb jahrelang Praxis in der Südsteiermark

Ein Steirer (59) soll sechs Jahre lang in seinem Wohnhaus im Bezirk Leibnitz eine ärztliche Praxis betrieben haben, ohne die erforderliche Ausbildung oder die Berechtigung dazu zu besitzen. Bei einer Hausdurchsuchung am Freitag wurden Urkunden, Medikamente, Rot-Kreuz-Jacken, ein Auto mit Blaulicht und Datenträger sichergestellt. Auch ein Maturazeugnis und drei Promotionsurkunden wurden gefunden, die nach Angaben des Verdächtigen alle gefälscht sind, teilte die Polizei mit.

Der Verdächtige soll auch Injektionen verabreicht haben SN/APA (dpa)/CHRISTOPH SOEDER
Der Verdächtige soll auch Injektionen verabreicht haben

Seit 2014 soll der 59-Jährige als Arzt tätig gewesen sein. Er hatte in seinem Haus einen Behandlungsraum, ein Wartezimmer und auch eine Hausapotheke eingerichtet, erklärte Christian Kroschl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, auf APA-Anfrage. Dort verabreichte er Injektionen, Impfungen, führte Schmerzbehandlungen und kleinere operative Eingriffe durch, außerdem stellte er ärztliche Bestätigungen aus und machte Hausbesuche. Nun stellte sich heraus, dass der Mann dazu keinerlei Berechtigung besaß.

Auslöser für nähere Überprüfungen des Mannes waren unter anderem eine Sachverhaltsdarstellung der Ärztekammer, außerdem soll es Anzeigen gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Kurpfuscherei, schweren gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung.

Quelle: APA

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