Bestürzung und Trauer bei den Flying Bulls: Für den Piloten endete am Staatsfeiertag der Absturz eines Red-Bull-Düsenjets tödlich, der am Vormittag von Salzburg aus gestartet war. Die Maschine war ein Micro-Jet vom Typ BD-5J aus der Flying-Bulls-Staffel.
Der Pilot (38), ein gebürtiger Deutscher und erfahrener Flieger, war nach Angaben von Red Bull auf dem Rückflug von einer Kunstflugveranstaltung im Zillertal.
Kurz nachdem der Jet sich über dem Zillertal befand, ging gegen 15.50 Uhr ein Notfunkspruch bei der Polizei ein. "Der Pilot erklärte, dass er technische Probleme habe. Um welche Art von Problemen es sich gehandelt hat, ist zurzeit noch Gegenstand der Ermittlungen", erklärt Gerhard Niederwieser von der Polizei in Hall.
Die Zuständigen leiteten den Piloten mit seinem Kleinflugzeug auf den Flughafen Innsbruck um. Dort sollte eine Notlandung stattfinden. Zeitgleich wurde sicherheitshalber auch die Inntalautobahn (A12) für den Verkehr komplett gesperrt - um im Falle des Falles dort eine Notlandung zu ermöglichen.
Doch der Pilot, Guido G., schaffte es nicht mehr bis zum Flugplatz. Der Mann, ein ehemaliger Drachenflugweltmeister, stürzte kurz vor 16 Uhr im Gemeindegebiet von Baumkirchen mit seinem knapp vier Meter langen Düsenflugzeug in eine Wiese. Bei seinem Notlandeversuch rammte der Pilot laut Augenzeugen noch ein abgestelltes Auto, in dem sich zum Unfallzeitpunkt glücklicherweise niemand befand. "Das Flugzeug ist nicht in Flammen aufgegangen. Wir gehen davon aus, dass der Pilot auf der Stelle tot war", sagte Polizist Niederwieser.
Die Maschine (Baujahr 1988) hatte eine österreichische Zulassung. Das Landeskriminalamt Tirol nahm die Ermittlungen auf. Die BD-5J ist ein einsitziges Kleinflugzeug, von dem es nur mehr wenige flugfähige Exemplare gibt. Der Microjet spielte in den 80er-Jahren eine aufsehenerregende Rolle im James-Bond-Film "Octopussy". Er erreicht zirka 500 km/h.
Seitens Red Bull wurde Mittwochabend der Tod des Piloten mit "tiefer Trauer und Betroffenheit" bestätigt. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten in diesen Stunden der Familie und den vielen Freunden des Piloten."
Am Dienstag sorgte eine TV-Dokumentation der ARD über Red Bull für Aufregung: Die Sendung setzte sich kritisch mit den von Red Bull unterstützen waghalsigen Aktionen von Extremsportlern auseinander.
.







