Österreich

Flugzeugpilot gelang spektakuläre Notlandung

Als der Motor seines Kleinflugzeugs ausfiel, behielt ein 58-Jähriger die Nerven. Er steuerte die Maschine in ein Maisfeld und rettete damit nicht nur sein eigenes Leben.

Sieht nicht aus wie eine Bilderbuchlandung, war aber eine: Pilot, Begleiterin und Hund überlebten unverletzt. SN/georg bachhiesl
Sieht nicht aus wie eine Bilderbuchlandung, war aber eine: Pilot, Begleiterin und Hund überlebten unverletzt.

Was einem 58-jährigen Privatpiloten am Wochenende im Raum Wolfsberg (Kärnten) widerfahren ist, kann man getrost als Albtraum bezeichnen. Als der Mann mit seiner einmotorigen Maschine zum Landeanflug auf den Flugplatz St. Marein ansetzte, fiel plötzlich der Motor des Kleinflugzeugs aus. Doch dem erfahrenen Piloten gelang eine nahezu perfekte Notlandung. Er landete die Maschine in einem Maisfeld, wobei sich diese dabei noch überschlug. Trotzdem blieb das Fluggerät nahezu unbeschädigt - und, noch viel wichtiger: Der Pilot sowie seine Begleiterin (42) und ein Hund überstanden den Vorfall unbeschadet.

"Natürlich bleibt einem da das Herz stehen", zollt Pilot Sebastian Feiner, Mitglied der Austrian Cockpit Association (ACA), seinem Kollegen im Lavanttal Respekt. "Der Flieger gleitet an sich ganz gut, beim Aufsetzen ist er rund 110 bis 120 km/h schnell." Den Maisacker als Landebahn zu wählen sei "sicher die richtige Entscheidung" gewesen, sagt Feiner. Nebst Erfahrung sei aber dennoch Glück ein Faktor, wie so eine Notlandung ausgeht. "Die Pflanzen bremsen zwar, doch man sieht dann nicht viel und kann dadurch nicht abschätzen, ob man etwa auf einen Bewässerungsgraben zusteuert." Feiner betont, dass Notlandungen nicht nur in der Pilotenausbildung trainiert werden, sondern auch alle zwei Jahre bei der Lizenzverlängerung.

"Ein Feld zu finden und dort zu landen ist der Idealfall", meint auch Markus Pohanka von der Austro Control. "Noch dazu ohne gröbere Schäden." Wichtig sei: "Das Flugzeug kontrolliert zu Boden bringen und gegen den Wind landen." Dennoch habe es sich bei dem Vorfall nahe dem Flugplatz Wolfsberg um eine "spektakuläre Notlandung mit erfolgreichem Ausgang" gehandelt. Nachsatz Pohanka: "Das ist definitiv etwas, von dem jeder Pilot hofft, dass so ein Fall nie eintritt."

Mehr als eine Meldung an die Austro Control sei übrigens nicht erfolgt. "Die bekommen wir automatisch, das muss so sein", sagt Sprecher Pohanka. Eine Untersuchung durch die im Verkehrsministerium angesiedelte Flugunfallkommission werde es allerdings nicht geben. Frei nach dem Motto: Gut is gegangen, nix is gschehn.

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