Österreich

Frau in Wien auf offener Straße verbrannt - offenbar Unfall

Bei einem entsetzlichen Brandunfall ist am Montagabend in Wien-Favoriten eine Frau getötet und ein Mann schwer verletzt worden. Die vermutlich obdachlosen Menschen entfachten unter einer Fußgängerbrücke bei der Laaer Berg Straße mit Benzin ein Feuer, um sich vor der Kälte zu schützen. Der Brand dürfte sich sehr schnell ausgebreitet und auf das Paar übergegriffen haben, berichtete die Polizei.

Dramatische Szenen in Wien-Favoriten.  SN/APA/HANS PUNZ
Dramatische Szenen in Wien-Favoriten.

Die Frau war sofort tot. Das zweite Opfer befand sich am Dienstag in einem lebensbedrohlichen Zustand. Der Mann wurde auf der Intensivstation im Wiener AKH aufgenommen, sagte Krankenhaussprecherin Karin Fehringer. Die Identität des Obdachlosen und seiner Begleiterin ist weiterhin unklar.

Die Frau und der Mann waren zuvor zu einer rund 50 Meter entfernten OMV-Tankstelle gegangen und hatten 1,5 Liter Benzin in eine Eisteeflasche gefüllt. Das habe eine erste Auswertung der Überwachungskamera ergeben, berichtete Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Nachdem sie bezahlt hatten, gingen sich zurück zu der Fußgängerbrücke beim Kurpark Oberlaa und entzündeten unter einem Abgang ein bereits zurecht gemachtes Lagerfeuerholz. Da sich rundherum Bäume und Gestrüpp befanden, dürfte sich das Feuer mit dem Benzingemisch rasch ausgebreitet haben.

Das Gewand des Paares fing schnell Feuer. Während die Frau noch am Unfallort verstarb, rannte der Mann als brennende Fackel zu einem Parkplatz beim Bergtaidingerweg. Dort sahen Anrainer den brennenden Mann und verständigten die Feuerwehr. Der Obdachlose erlitt lebensgefährliche Verbrennungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Die Polizei ging Montagabend von einem Unfall aus. Ermittler des Landeskriminalamtes sowie Brandermittler untersuchten den Unfallort mit einem Spürhund.

Die Wiener Caritas hat indes im Hinblick auf den Brand-Unfall erneut dazu aufgerufen, das Kältetelefon zu nutzen. "Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, hinzusehen. Er ist auch ein Appell, Menschen, die man im öffentlichen Raum wahrnimmt und an denen man oft achtlos vorbeigeht, zu fragen, ob sie Hilfe brauchen", sagte Generalsekretär Klaus Schwertner.

Quelle: APA

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