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Frau starb nach Bruststichen in Wien - Täter auf der Flucht

Ein Mann hat Donnerstagfrüh in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus seine 38 Jahre alte Frau mit einem Messer attackiert.

Frau starb nach Bruststichen in Wien - Täter auf der Flucht SN/APA/HANS PUNZ
Spurensuche am Tatort.

Das Opfer erlag noch in der Wohnung seinen Verletzungen. Der Verdächtige hätte nicht in der Wohnung sein dürfen, gegen ihn gab es bereits ein Betretungsverbot. Ein gemeinsamer Sohn, ein 16-Jähriger, war bei der Bluttat in der Wohnung. Der Täter ist auf der Flucht.

Bereits am 24. November hatte es einen Polizeieinsatz nach einer Gewalttat in der Wohnung des serbischen Paares gegeben. Die Polizei sprach ein Betretungsverbot gegen den 39-Jährigen aus, sagte Herta Staffa, Sprecherin des Jugendamtes, der APA. Das spätere Opfer und auch die Kinder sprachen von einer bereits länger andauernden Gewaltbeziehung.

Am 6. Dezember reichte die Frau die Scheidung ein. Außerdem habe es noch ein Gespräch mit der Polizei und einem Sozialarbeiter gegeben, bei welchem dem Ehemann verdeutlicht worden sei, dass die Frau sich "tatsächlich trennen will und er das akzeptieren muss", sagte Staffa. Die Polizei überprüfte auch mehrfach das Betretungsverbot, betonte Polizeisprecher Paul Eidenberger.

"Wir haben die Frau betreut und sind sehr bestürzt, dass das passiert ist, dass der Fall nicht genügend ernst genommen wurde", sagte Rosa Logar von der Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie zur APA. "Wir haben sie begleitet, zusätzlich Nachtragsanzeigen gemacht, mit ihr eine einstweilige Verfügung beantragt und Gefahrenmeldungen an die Staatsanwaltschaft geschrieben", sagte Logar. Es habe sich hier um einen "Hochrisikofall" gehandelt.

Bereits im Zuge der polizeilichen Wegweisung habe der Mann mehrfach gedroht, die 38-Jährige umzubringen. "Bei so schweren Drohungen sind die Opfer nicht sicher, in solchen Fällen ist oft einfach eine Haft notwendig", forderte Logar. "Hier gibt es Lücken im System", kritisierte die Expertin. Opfer verdienen "einen besseren Schutz, eine Anzeige wegen Gewalt ist bereits ein sehr mutiger Schritt, man darf nicht warten, bis es zum Schlimmsten kommt", sagte Logar.

Am Donnerstag gegen 7.30 Uhr verübte der Ehemann in der Wohnung in der Mariahilfer Straße dann die Messerattacke. Der 16-Jährige Sohn war anwesend, wurde aber nicht unmittelbar Zeuge der Bluttat, sagte Eidenberger. Das Opfer hatte zahlreiche Stichverletzungen im Brustbereich erlitten, auch ins Herz. "Die Frau ist noch eine halbe Stunde reanimiert worden, wir konnten ihr aber nicht mehr helfen", sagte Corina Had, Sprecherin der Wiener Berufsrettung.

In weiterer Folge kümmerte sich die Akutbetreuung Wien um den Sohn. In einer ersten, kurzen Befragung belastete der 16-Jährige seinen Vater als Täter, berichtete Eidenberger. Der genaue Tatablauf war am Donnerstagnachmittag noch unklar. Einbruchsspuren an der Wohnung wurden keine festgestellt. Sobald der Jugendliche einvernahmefähig ist, soll er befragt werden. Auch ein weiterer Sohn des Paares, der während der Bluttat nicht mehr in der Wohnung war, wurde vom Krisendienst betreut. Die Kinder befanden sich am Nachmittag in einem Krisenzentrum.

Der Ehemann flüchtete nach der Tat. Die Polizei leitete eine Großfahndung nach dem Verdächtigen ein, auch ein Hubschrauber war kurz im Einsatz. Die Ermittler prüfen nun, ob der 39-Jährige eventuell weitere Wohnsitze hat. Tatwaffe wurde in der Wohnung keine gefunden. Der Mann habe sie vermutlich mitgenommen, sagte Eidenberger. Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen übernommen.

Quelle: APA

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