Österreich

Gastherme defekt: Junge Frau starb in Wien an Kohlenmonoxid-Vergiftung

In Wien kamen binnen drei Wochen zwei Menschen durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ums Leben. Hohe Außentemperaturen begünstigen solche Unfälle.

Eine 21 Jahre alte Frau ist am Samstag in Wien-Landstraße an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. Als Unfallursache wird laut Inspektionsrauchfangkehrer eine nicht servicierte und stark verschmutzte Gastherme vermutet. Die junge Frau war beim Duschen im Badezimmer bewusstlos zusammengebrochen. Ihre Familie brach die Tür auf und verständigte die Rettung. Reanimationsversuche blieben vergeblich.

Die Einsatzkräfte waren gegen 16.00 Uhr in die Wohnung in die Obere Bahngasse gerufen worden. Während die junge Frau duschte, stieg die Kohlenmonoxid-Konzentration im Badezimmer so schnell an, dass sie zusammenbrach, bevor sie die Tür hätte öffnen können. Ihrer Familie fiel erst auf, dass etwas nicht stimmt, als die 21-Jährige lange nicht aus dem Badezimmer kam. Als sie die Tür auftraten, lag die Frau bereits bewusstlos am Boden.

Kohlenmonoxid-Unfallserie reißt nicht ab

Die 21-Jährige ist bereits die zweite Kohlenmonoxid-Tote in Wien. Erst vor rund drei Wochen starb ein 16-Jähriger an einer Rauchgasvergiftung in Margareten. Unfallursache war die unzureichende Luftzufuhr, die aus einer Kombination aus mobilem Klimagerät und Gastherme entstand.

Im Juni 2019 gab es außerdem zwei weitere Kohlenmonoxid-Unfälle bei denen zwei 14-Jährige verletzt wurden. Bei einem der beiden Fälle war der Abgasrückstau auch auf fehlenden Luftzug zurückzuführen.

Tödliche Kombination: Klimageräte und Gastherme

Feuerwehrsprecher Christian Feiler warnte einmal mehr, dass "mobile Klimageräte und Gasthermen eine tödliche Kombination sein können". Klimageräte sowie Dunstabzüge saugen die Luft aus dem Raum und erzeugen so einen Unterdruck. Hohe Außentemperaturen erschweren außerdem, dass die Abgase aus dem Rauchfängen entweichen können.

Deshalb rät der Fachmann: "Wenn es eine raumluftgebundene Gastherme gibt, erst gar kein Klimagerät anschaffen." Werden ein neuer Dunstabzug, neue Türen oder Fenster angeschafft, sollte auf jeden Fall ein Rauchfangkehrer kontaktiert werden. Dieser muss feststellen, ob die Therme noch ausreichend Verbrennungsluft bekommt. "Ist kein Luftzug gegeben, kann es trotz intakter Therme zu einem Kohlenmonoxid-Unfall kommen", warnt der Feiler.

Solche Unfälle würden immer wieder während dem Duschen passieren, weil die Gastherme in dieser Zeit läuft. "Die Therme schaltete sich ein und produziert Kohlenmonoxid, auch wenn man kalt duscht," ergänzt der Fachmann. Außerdem soll man nicht unterschätzten, wie schnell sich Kohlenmonoxid ausbreiten kann: "Wir hatten schon Unfälle, wo ein Gerät innerhalb von 20 Sekunden das Sechzigfache des Maximalwerts produzierte."

Quelle: SN

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