Österreich

Gesamte Vorarlberger Arlbergregion unter Quarantäne

Die gesamte Vorarlberger Arlbergregion - die Gemeinden Lech, Klösterle, Warth und Schröcken - steht ab sofort unter Quarantäne. "Die Region wurde um 12.00 Uhr abgeriegelt", erklärte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) in einer Pressekonferenz. Das Gebiet dürfe bis 3. April von niemandem mehr betreten oder verlassen werden, sagte Wallner. Die Versorgung werde selbstverständlich sichergestellt.

Wallner sagte weiters, dass alle Personen, die sich in den vergangenen zwei Wochen in der Arlbergregion aufgehalten haben, "sich selbst in Quarantäne begeben müssen, das ist nicht freiwillig". Ausnahmeregelungen gebe es lediglich für jene, die im Bereich der kritischen Infrastruktur arbeiten. Kontaktpersonen sind aufgerufen, sich freiwillig zu isolieren. Als Grund für diese Maßnahme nannte Wallner den Umstand, dass am Montag fünf positive Fälle in Lech bekannt geworden seien und man mit einer hohen Dunkelziffer rechne.

Nach Angaben von Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) wurden in Vorarlberg bis Dienstagmittag bei insgesamt 818 Verdachtsfällen 100 Personen positiv getestet. 431 Tests seien negativ ausgefallen, 297 befänden sich noch in Abklärung. Rüscher erläuterte, dass es sich bei der Sperre der Arlbergregion um eine reine Vorsichtsmaßnahme handle. In den betroffenen Gemeinden gebe es bisher nur in Lech bestätigte Fälle, dort allerdings fünf an einem Tag. Zur Einschätzung der Dunkelziffer ziehe man einen Multiplikator von 20 heran. Deswegen sei die strenge Maßnahme gesetzt worden.

Auch Gäste, die sich in den Orten befinden, müssen dort bleiben, sagte Rüscher. Personen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in dem Gebiet aufgehalten haben, müssen sich über das Kontaktformular auf www.vorarlberg.at/corona registrieren. Sie erhalten dann auch, wenn nötig, einen Bescheid zur Vorlage beim Arbeitgeber. Ausnahmen gebe es in diesem Personenkreis für Menschen, die in der kritischen Infrastruktur arbeiten, etwa in Krankenanstalten, der Pflege, dem Lebensmittelbereich oder dem öffentlichen Verkehr - allerdings mit Auflagen, so Rüscher.

Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) präzisierte die Abriegelung des Arlberggebiets. Die Straßensperren zu den Ortschaften wurden vor dem Ortsteil Stuben der Gemeinde Klösterle, auf der Verbindung nach St.Christoph und vor der Gemeinde Schröcken errichtet. Ausgenommen waren etwa Versorgungsfahrten durch gewerbliche Zulieferer oder auch Dienstleistungen für die Daseins- und Gesundheitsvorsorge.

Gantner betonte, dass am vergangenen Freitag - nach Bekanntwerden der Quarantänemaßnahmen für St. Anton am Arlberg und das Paznauntal in Tirol - die Trennung der Skigebiete am Arlberg durch die Abschaltung von zwei Bahnen noch am frühen Nachmittag erfolgt sei. "Ab diesem Zeitpunkt gab es keine technische Verbindung mehr", sagte Gantner. In Lech, Stuben und Warth seien die Skigebiete auf freiwilliger Basis am Samstagabend geschlossen worden, die Beherbergungsbetriebe hätten am Montag zusperren müssen.

Wer trotz Verbots in die isolierte Vorarlberger Arlbergregion einfährt oder sie verlässt, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 1.450 Euro. Das geht aus den Verordnungen der Bezirkshauptmannschaften Bregenz und Bludenz hervor. Bei Uneinbringlichkeit der Geldstrafe droht eine Freiheitsstrafe bis zu vier Wochen, heißt es in den Schreiben.

In den Verordnungen - für Lech und Stuben als Ortsteil von Klösterle ist die Bezirkshauptmannschaft Bludenz zuständig, für Warth und Schröcken die Bezirkshauptmannschaft Bregenz - wird ausdrücklich "die Zu- und Abfahrt in diese Ortschaften verboten". Als Grundlage dafür wird das Epidemiegesetz herangezogen. Es handle sich dabei um eine "Maßnahme zum Schutz vor der Weiterverbreitung des Corona-Virus".

Vom Verbot ausgenommen sind Fahrten der Blaulichtorganisationen sowie allgemeine Versorgungsfahrten durch Zulieferer etwa für Lebensmittel. Auch Fahrten zur Erbringung von Dienstleistungen, etwa der Müllabfuhr, oder zur Instandsetzung von öffentlicher Infrastruktur wie Strom- und Wasserversorgung sind möglich. Selbstverständlich gilt das Verbot auch nicht für notwendige Fahrten im Bereich der Alten- und Krankenpflege.

Quelle: APA

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