Österreich

Gesundheitsministerium rief zu Masern-Impfung auf

Binnen weniger Tage wurden in Österreich in diesem Jahr bereits mehr Masern-Fälle registriert als im gesamten Jahr 2016.

Ein Kinderarzt gibt einem Mädchen eine Masernimpfung. SN/APA/dpa/Patrick Seeger
Ein Kinderarzt gibt einem Mädchen eine Masernimpfung.

Laut dem nationalem Meldesystem wurden seit Jahresbeginn in sieben Bundesländern insgesamt 32 Masernfälle gezählt.

2016 waren es etwas mehr als zwei Dutzend laut vorläufigen Zahlen. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) rief deshalb am Freitag zu mehr Impfungen auf.

Oberhauser rief alle nicht-geimpften Personen dringend dazu auf, den Empfehlungen des österreichischen Impfplans nachzukommen und sich frühestmöglich gegen Masern-Mumps-Röteln impfen zu lassen.

Der Impfstoff sei für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen sowie im Rahmen des Kinderimpfprogramms kostenfrei erhältlich.

In Österreich sollten an sich mehr als 95 Prozent der Kinder rechtzeitig zweimal gegen die Masern (Masern, Mumps, Röteln; MMR-Impfung) immunisiert werden. Das ist aber nicht der Fall, wodurch die Impfrate zu gering ist, um Übertragungen und Ausbrüche zu vermeiden.

Sechs Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen, das sind etwas mehr als 20.000 Kinder, sind derzeit in Österreich gar nicht gegen Masern geimpft. Etwa zehn Prozent aller geimpften Kinder sind kein zweites Mal geimpft. Das sind fast 39.000 Kleinkinder und mehr als 37.000 Schulkinder.

Um eine weitere Ausweitung des Masern-Virus möglichst hintanzuhalten, haben Experten des Gesundheitsministeriums, der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) sowie der Landessanitätsdirektionen am Freitagnachmittag Sofortmaßnahmen vereinbart, unter anderem die Einrichtung eines Bereitschaftsdienstes der Landessanitätsdirektionen und entsprechende behördliche Kontroll- und Präventionsmaßnahmen.

Masern seien alles andere als eine harmlose Kinderkrankheit. Sie sind hoch ansteckend und können insbesondere für Säuglinge, aber auch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene schwerwiegende Folgen haben. 

Die meldepflichtige Viruserkrankung ist weltweit verbreitet und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Es handelt sich um eine der ansteckendsten Viruserkrankungen, die man kennt. Die Inkubationszeit beträgt normalerweise acht bis zehn Tage (maximal 21 Tage).

Diese Zeit zwischen Kontakt mit der Erkrankung und dem Ausbruch der Erkrankung führt zum katarrhalischen Stadium mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, Husten, Schnupfen und geröteten Augen. Nach etwa 14 Tagen beginnt der Hautausschlag, das Masernexanthem: bräunlich-rosafarbene Flecken, die ineinander fließen. Bis zum Beginn des Fiebers können 18 Tage vergehen.

 Vier Tage vor bis vier Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags ist die Erkrankung sehr ansteckend. Besonders gefürchtet ist die in 0,1 Prozent der Fälle auftretende Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma. Dieser schwere Verlauf kann auch tödlich enden.

Quelle: APA

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