Österreich

Gewalt in Gefängnissen steigt

Rund 9000 Häftlinge gibt es derzeit in Österreich. Die Zahl ist seit Jahren konstant, trotzdem kommen auf die Justizwachebeamten mehr Herausforderungen zu.

Gewalt in Gefängnissen steigt SN/HELMUT FOHRINGER / APA / picture
Symbolbild.

Josef Schmoll ist der oberste Gefängniswärter Österreichs. Im SN-Interview erklärt er, warum die Gewalt in Gefängnissen steigt und warum er privat eine Waffe besitzt.

SN: Vor Kurzem wurden drei Justizwachebeamte in Wien attackiert. Sie sprachen daraufhin von einem "Klientel in den Gefängnissen, das immer schwieriger wird". Wen meinen sie damit?
Josef Schmoll: Der Umgang mit Autoritäten hat sich gewandelt. Anweisungen werden nicht befolgt. Die Reaktion auf ein Verbot kann gleich ein tätlicher Angriff sein. Das stellen wir zum Beispiel bei Marokkanern, Algeriern, Tschetschenen und Afghanen fest. Wir merken, dass diese Gruppe größer wird.
SN: Die kommen aus Ländern, in denen die staatliche Ordnung oft willkürlich handelt und labil ist, könnte das ein Grund für den Respektverlust sein?
Es gibt dort sehr wohl eine staat liche Ordnung, nur ist diese anders, schärfer organisiert. In vielen Ländern gilt noch immer der Grundsatz "Der Stärkere siegt" - das ergibt eine andere Sozialisation.

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