Österreich

Gratis-Impfung für Prostituierte, aber nicht für die Feuerwehr

Seit Jahren fordern freiwillige Einsatzkräfte einen Schutz gegen Hepatitis. Doch ihre gefährliche Tätigkeit wird von der Unfallversicherung nicht anerkannt.

Gratis-Impfung für Prostituierte, aber nicht für die Feuerwehr SN/ff/wiener neudorf
Immer wieder müssen schwer verletzte Unfallopfer aus Fahrzeugen herausgeschnitten werden.FF Wiener Neudorf

Die Katastropheneinsätze der Feuerwehr werden immer mehr: Die Freiwilligen kommen bei Hochwasser mit Fäkalkeimen in Berührung, sie schneiden blutende Unfallopfer aus Fahrzeugen und müssen an Schwerverletzten noch Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen. Sie setzen sich der Gefahr diverser Infektionskrankheiten aus.

Seit Jahren fordert daher der Bundesfeuerwehrverband für seine ehrenamtlichen Mitglieder eine kostenlose Hepatitis-Impfung. Vergeblich. Die für die Prophylaxe zuständige Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) stuft die Feuerwehrleute nicht als Hochrisikogruppe ein und verweigert daher konsequent jegliche Kostenübernahme. Bundesfeuerwehrpräsident Albert Kern findet es unverständlich, dass die 330.000 freiwilligen Einsatzkräfte nicht in die Risikogruppe aufgenommen werden. "Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes Einsätze, bei denen das Blut spritzt", sagt Kern. "Man versucht, Argumente zu finden, weil man die Kosten nicht übernehmen will."

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