Österreich

Grüne für Feinstaubminderung durch Ende des Dieselprivilegs

Die Grünen fordern verstärkte Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung in Österreich. Nachdem es heuer vermehrt zu Tagesgrenzwertüberschreitungen gekommen war, pochte Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen im Parlament, am Freitag auf die Abschaffung des Steuerprivilegs für Diesel. Weiters brauche es mehr Mittel für die thermische Sanierung und Anreize für den öffentlichen Verkehr.

Grüne fordern Kesseltauschprogramm und mehr Geld für thermische Sanierung.  SN/APA (Archiv)/HELMUT FOHRINGER
Grüne fordern Kesseltauschprogramm und mehr Geld für thermische Sanierung.

Das Dieselprivileg sei "längst überholt". Stattdessen gelte es, den öffentlichen Verkehr auszubauen und, dort wo ein Auto gebraucht werde, den Umstieg auf die Elektromobilität zu erleichtern. "Der Staat setzt hier einfach falsche Anreize", meinte Brunner in Eisenstadt. Es brauche zudem ein Kesseltauschprogramm für alte Heizungsanlagen. Weiters kritisierte sie, dass die Mittel für die thermische Sanierung um die Hälfte gekürzt worden seien.

Vor allem Verkehr, Industrie und Heizungen seien für die Feinstaubproblematik verantwortlich, erklärte der burgenländische Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller. Luftschadstoffe seien laut Europäischer Umweltagentur für bis zu 8.000 Tote pro Jahr in Österreich verantwortlich. Besonders Kinder und ältere Menschen wären gefährdet. Graz habe im heurigen Jahr die meisten Tagesgrenzwertüberschreitungen, danach folge Kittsee (Bezirk Neusiedl am See).

Der Grüne Spitzmüller kritisierte, dass es im Burgenland lange Übergangszeiten beim Fahrverbot für ältere Lkw-Modelle gebe. Wien und Niederösterreich hätten diese Übergangzeiten nicht, wodurch es zu einem Ausweicheffekt kommen könne. Weiters müssten kontraproduktive Maßnahmen zurückgefahren werden. Im Burgenland betreffe dies etwa die unter neuem Konzept laufenden Landestankstellen oder den Bau der Schnellstraße S7 im Südburgenland.

Laut Umweltbundesamt gab es mit Stand 23. Februar bei den Messstellen in Graz bereits bis zu 34 Tagesgrenzwertüberschreitungen im heurigen Jahr. In Kittsee waren es 25.

Quelle: APA

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