Grüne Weihnachten

Nikolaus: Lasst uns froh und munter sein - mit einer Feier und schlauen Gaben

Rote Mütze, weißer Bart: Nikolaus oder Weihnachtsmann? Wie man den Gesellen aus der US-Werbung enttarnt - und wie eine selbst gestaltete Nikolausfeier samt netten Geschenken auch heute noch gelingen kann.

Eigentlich rasiert Wolfgang Hammerschmid-Rücker von der Katholischen Jungschar Salzburg sich regelmäßig. Nur im Dezember, da darf es wallendes Haar in seinem Gesicht sein. Wenn auch nur künstliches. Er ist einer derjenigen, die als Nikolaus-Darsteller zu Kindern gehen. Weil er das schon lange macht und weiß, was das junge Publikum von seiner Rolle erwarten darf, gibt er sein Wissen seit Jahren in der Nikolausschule der Jungschar weiter.

Was ihn vom fast schon allgegenwärtigen Weihnachtsmann in den Geschäften unterscheidet? "Das Wesentliche ist das Bischofsgewand. Daran erkennt man den heiligen Nikolaus, den Freund der Kinder. Der Hirtenstab und die Mitra kennzeichnen ihn", sagt er. Die Mitra (die spitze Bischofsmütze) sei wichtig, damit die Leute den Nikolaus schon von Weitem erkennen. Der Bischofsstab sei dafür da, sich auf dem Weg zu den Kindern in Pausen aufzustützen wie ein Schäfer. Der Stab habe vorn die runde "Schnecke" oder "Krone". Sie diene dem Hirten dafür, Schafe aus einem Bach oder Strauch zu ziehen, wenn sie sich einmal verheddert haben. So symbolisiert der Stab den Schutz, den der Nikolaus bieten kann.

Die Nikolausschule der Katholischen Jungschar Salzburg fand Ende November in Wörgl (gehört zur Erzdiözese Salzburg) statt. Dort wurden Anfänger zu „echten Nikoläusen“ ausgebildet sowie in Legenden und Krisenmanagement (Kind fürchtet sich, Kind enttarnt Darsteller) unterwiesen. SN/kjs
Die Nikolausschule der Katholischen Jungschar Salzburg fand Ende November in Wörgl (gehört zur Erzdiözese Salzburg) statt. Dort wurden Anfänger zu „echten Nikoläusen“ ausgebildet sowie in Legenden und Krisenmanagement (Kind fürchtet sich, Kind enttarnt Darsteller) unterwiesen.

Nikolaus-Feier für Schnellentschlossene

Wer nichts vorbereitet hat, aber trotzdem für den Abend noch eine kleine Feier organisieren möchte, der nützt dafür den "Masterplan" der Jungschar. Ein Auszug aus den "Zutaten":

  • Eine/n Freiwillige/n, die/der in die Rolle von Bischof Nikolaus schlüpft. Und wenn die Kinder rufen "Hey! Der Nikolaus, das ist ja der Papa"? Dann keine Panik, eine Enttarnung darf passieren und schadet der Feier überhaupt nicht. Übrigens: Ebenso wie Väter können Mütter super "Nikoläuse" sein. Oder Schwestern, Omas, Tanten. Kinder lieben das Magische und schauen über Geschlechterrollen hinweg. Eine Feier klappt übrigens auch ohne vollständige Verkleidung. Die Mitra beispielsweise lässt sich schnell aus Karton basteln.
  • Kinder, die mitmachen bei den Vorbereitungen - weil es besser ist, alles mit ihnen statt nur für sie zu gestalten.
  • Alle Infos über die Heiligengestalt des Nikolaus von Myra aus dem 4. Jahrhundert - wer war er, welche Legenden gibt es von diesem Bischof zu erzählen und wieso findet jedes Jahr am 6. Dezember ein Fest zu seinen Ehren statt?
  • Kleine Geschenke, die Freude machen - und damit ist nicht das brandneue Paar Ski gemeint. Denn: Wenn der Nikolaus schon so etwas Großes bringt, wie soll das Christkind da noch mithalten? Besser geeignet sind Kleinigkeiten. Und natürlich ein schmackhafter Nikolaus aus Schokolade (siehe unten).
  • Hausverbot für den Krampus. Er hat bei einer Nikolausfeier nichts verloren. Eltern sollten auch nicht die vermeintliche Gunst der Stunde nutzen und die ehrwürdige Heiligenfigur als "Erziehungshelfer" missbrauchen. Ein grimmiger Typ im Bischofsgewand, der die Verfehlungen der Kinder auflistet, ist definitiv out.

Sackerl schnüren leicht gemacht

Der Umwelt zuliebe Finger weg vom fertigen Plastiksackerl mit haufenweise Süßigkeiten. Viel netter ist das selbst gemachte Sackerl, das man Jahr für Jahr selbst befüllen kann. Wer die Sticknadel über Leinen oder Jute sausen lassen möchte, stickt die Namen seiner Liebsten auf, damit sie die guten Gaben auch auseinanderhalten können und nicht "unabsichtlich" die Süßigkeiten des anderen wegschlecken. Mittel der Wahl: der Kreuzstich. Anleitungen, wie Buchstaben oder Nikolausgestalten gestickt werden, sind leicht zu googeln. Watte eignet sich bestens als aufnähbarer Bartersatz.

Who is who? Bischofsmütze und -stab weisen diese Schokoladenfigur eindeutig als Nikolaus aus. SN/dapd
Who is who? Bischofsmütze und -stab weisen diese Schokoladenfigur eindeutig als Nikolaus aus.

Schoko-Nikolaus mit gutem Gewissen

Warum man nicht einfach irgendeinen Schoko-Nikolaus in das Einkaufswagerl stellen sollte? Weil süße Figuren aus fairen Handelsunternehmen etwa Kleinbauern in den Schoko-Anbauregionen dieser Welt helfen. Will heißen: Sie bekommen für ihre Ernte und Arbeit mehr Geld. Dafür bezahlen wir etwas mehr für ihre Produkte. Und das passt recht gut, weil das Jungschar-Nikolaus-Motto "Teilen, helfen, aufeinander schauen" lautet.

Wer musikalische Begleitung am Nikolaus-Abend wünscht, kann hier klicken:

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