Grüne Weihnachten

Oh du köstliche: Warum Spargel und Kirschen nichts im Weihnachtsmenü verloren haben

Am Heiligen Abend gibt es zwei kulinarische Fraktionen: die eine, die bescheiden Würstel macht, sie auf Sauerkraut bettet oder in die Suppe purzeln lässt. Und dann ist da die andere, die gerade heute so richtig exklusiv aufkocht. Ein gereimtes Plädoyer für den Griff zu den richtigen Zutaten.

Gebratenes Geflügel von heimischen Weiden tut der Umwelt und dem Gaumen gut. Plus: Im Freiland hatten die Tiere ein gutes Leben – zumindest bis sie ihrer Bestimmung zugeführt wurden. SN/stock.adobe.com
Gebratenes Geflügel von heimischen Weiden tut der Umwelt und dem Gaumen gut. Plus: Im Freiland hatten die Tiere ein gutes Leben – zumindest bis sie ihrer Bestimmung zugeführt wurden.

An Heilig' Abend steht am Tisch
ein Festmahl, selbst gekocht und frisch.
Die einen mögen Würstel gern
den and'ren ist das Schlichte fern.
Sie messen, rühren, kombinieren,
sie schäumen, garen und sie frieren,
bis Zutaten sich so vermengen
dass die Pupillen sich verengen -
weil der Geschmack so fesselnd ist,
dass Mettenwürstel man vergisst.

Doch selbst wer Edelstes auftischt,
das grad der Fischer noch gefischt,
der möge im Geschäft erst denken,
und seine Schritte dahin lenken
wo Heimisches an Waren liegt.
Denn wenn ein Flugzeug alles fliegt
was erst im Süden ist gediehen
so muss Bilanz man einmal ziehen.
Dann wird aufs Allerschnellste klar:
Nur regional ist wunderbar.

Was uns're (Bio-)Bauern ernten,
vom Burgenland bis hin nach Kärnten,
verursacht wenig CO2 -
ein Schadstoff, der nicht einerlei.
Wenn Lkw die Ware bringen,
sie nicht so lang auf Straßen stinken
und regional erstellte Sachen
viel weniger Verschmutzung machen.
Dafür ist hoch die Qualität
bei allem, was am Felde steht.

Man spürt sie hier, die Jahreszeiten
und lässt sich nicht so leicht verleiten
Spargel in den Korb zu legen,
selbst wenn die Chance scheint ein Segen.
Auch Kirschen oder rote Beeren
sollte man nicht über d'Nachspeis' leeren.
Warum? Weil sie bei uns nun Pause haben
und wir vernünftig uns jetzt laben.
Drum greifen wir zu jenen Dingen,
die Saison haben und gelingen.

Wir essen Kohl und Pastinaken
und ein paar Nüsse kann man knacken.
Dazu Karotten, Rüben, Lauch,
und Vogerlsalat hat man auch.

Wem der Sinn nach Süßem steht
sich hin zur Obstabteilung dreht.
Dort warten Äpfel von daheim -
darf's ein gelagert' Birnchen sein?
All diese guten Dinge
passen fein in die Terrine.

Dazu ein Gansl frisch vom Bauern,
mehr Zutaten, die untermauern,
dass Gutes nicht von Fern' sein muss.
Danach ein gut dosierter Schuss
von Wein aus heimischen Gefilden
von starken Sorten oder milden.
Dies' Weihnachten wird drum ein Fest,
weil glücklich sind die ganzen Gäst'
und auch die Umwelt nicht so leidet
wenn unklug' Zutaten man meidet.

Aufgerufen am 28.11.2020 um 09:44 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/gruene-weihnachten-oh-du-koestliche-warum-spargel-und-kirschen-nichts-im-weihnachtsmenue-verloren-haben-62246497

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