Grüne Weihnachten

Sechs selbst gemachte Geschenke - schnell, fast gratis und viel cooler als ein Gutschein

"Ein freundliches Wort kostet nichts und ist das schönste aller Geschenke" - diesen Sinnspruch in Ehren, doch unterm Christbaum sollte trotzdem etwas zum Angreifen liegen. Wie sich ein Packerl füllt, ohne dafür Geld auszugeben. Die SN haben (selbstverständlich auch hier) den Test gemacht.

Nein, nein, nein, wir wollen keinen Gutschein für 1x Schneeschaufeln oder 3x Rasenmähen verschenken. Weil: Ein solches Versprechen schaut oft ziemlich nach "mir ist in letzter Sekunde nix mehr eingefallen" aus - und die aufgemalten Verheißungen werden auch nur in den seltensten Fällen eingelöst. Also lieber kreativ sein und die Gutscheine in diesem Jahr stecken lassen. Wir haben genug Alternativen, die sich wirklich sehen lassen können:

Salz auf unserer Haut

Dieses Geschenk eignet sich weniger für Duscher - eine Badewanne sollte schon vorhanden sein. Denn: Aromatisches Badesalz bringt Entspannung in der hektischen Zeit um und nach Weihnachten. Und zwar am besten beim Liegen in der Wanne.

Alles beginnt mit einem gezielten Griff in die Obstschüssel. Zwei Orangen daraus entnehmen und ihre Schale per Reibe abrubbeln. Es gibt nur Zitronen, Grapefruits oder Kumquats? Auch recht. Den Zitrus-Abrieb mit 200 Gramm Salz (steht im Küchenkastl) mischen. Das alles auf ein Backblech streuen und im Rohr bei niedriger Temperatur gut trocknen lassen, aber nicht backen. Wofür das gut ist? Die Orangenschale ist frisch und daher feucht. Bevor das Aromasalz in ein adrettes Glas kann, muss es also trocken sein. Nette Masche rundherum binden, Behälter beschriften, fertig. Wer partout nicht baden mag, nimmt die Kreation als tolles Peeling her. Im Winter ist die Haut ohnehin höchst pflegebedürftig.

Würze in aller Kürze

Selbes Prinzip, anderes Anwendungsgebiet: Aromasalze machen sich nicht nur im Badewasser gut, sondern auch in der Küche.
Für Fischliebhaber kann man Salz mit Zitronenzesten und Rosmarinnadeln vermengen, im Rohr trocknen und in hübsche Gläser füllen.

Wer es gerne scharf mag, reibt Chilis auf der Reibe fein und vermischt das Ergebnis ebenfalls mit Salz.

Hier darf gerne die Experimentierfreude voll durchschlagen. Wer sagt, dass sich Versuche mit Salz und Kaffee nicht lohnen? Passt zu Rindfleisch. Klingt komisch, ist aber so. Dasselbe gilt für Vanille. Und schon steht man als Gourmet und Geschmacksversteher unterm Christbaum.

Schritt für Schritt – so entsteht die Handytasche. SN/michaela hessenberger
Schritt für Schritt – so entsteht die Handytasche.

Ein weiches Zuhause fürs Handy

Wer besitzt Nadel, Faden und zumindest einen Hauch Talent? Der kann sich ans Handytaschen-Nähen machen. Wir versuchen es mit der Erklärung und den einzelnen Arbeitsschritten.

  • Zuerst Stoff aussuchen. Wer akkurat nichts anderes zur Hand hat, nimmt ein (entbehrliches!) Geschirr- oder Handtuch, ein T-Shirt, das zerschnitten werden darf oder coole Stoffreste aus irgendeiner Lade.
  • Handy abmessen.
  • Dann auf jeder Seite einen Zentimeter "Zugabe" mitrechnen, denn schließlich muss ja auch genäht werden.
  • Eine Stoffbahn muss länger sein als das Handy, damit sich auch eine Lasche zum Zumachen ausgeht. Wieder plus einen Zentimeter Nahtzugabe.
  • Zwei Stoffstücke ausschneiden und die schönen Seiten aufeinander legen, so, dass sie nun innen sind. (1) Stecknadeln helfen, damit die Partie nicht verrutscht.
  • Rundum zusammennähen, nur der Einschub für das Handy bleibt frei. Den extra abnähen, damit er nicht ausfranst (4)
  • Nun das Innere nach außen kehren und die letzten Schliffe machen (6). Zum Beispiel einen Gummi und einen schönen Knopf aufnähen, als Verschluss.

*Voilà.

Zu kompliziert? Dann zwei gleich lange Stoffbahnen zusammennähen. So hat das Tascherl kein Lascherl, erfüllt aber trotzdem seinen Zweck.

Auch das ist zu schwierig? Aromasalz machen.

Light my fire

Auch Kaminanzünder kann man vorragend selbst machen. Stinkt nicht so wie die gepresste und plastikverpackte Version aus dem Geschäft.

Zutaten:
* Muffinblech

  • Muffinförmchen aus Papier
  • Wachs
  • Docht (steckt in Teelichtern schon drin)
  • Tannenzapfen

So wird's gemacht:

Kerzenreste zusammentragen oder Teelichter holen. Muffinblech mit den Papierförmchen auslegen, in jede Mulde etwas Wachs oder ein Teelicht stellen. Dann ab in den Ofen und bei 170 Grad schmelzen lassen. Blech herausnehmen, bei den Teelichtern die Dochte an den Rand schieben (nicht mit den Fingern, Vorsicht, heiß! Lieber Pinzette oder Stricknadel nehmen) und ins geschmolzene Wachs aus Kerzen ein Stück Docht stecken. Dann einen abgeputzten Zapfen nehmen und in die Form stecken. Auskühlen lassen, bis das Wachs fest ist. Und schon sind die selbstgemachten Anzünder fertig.

Plan B

Die Idee gefällt, aber es ist weit und breit kein Kaminbesitzer zu beschenken und an die Grillsaison ist noch nicht zu denken? Dann keine Anzünder, sondern Dekokerzen machen.

Dazu statt Papier- Metall-Muffinförmchen nehmen (oder gleich Teelichter im Alu-Tiegel oder Nusschalen oder Muscheln), Wachs schmelzen, hineingießen, Docht rein. In das noch flüssige Wachs Dekoratives wie Sternanis, Nelken oder Zimtstücke stecken. Auch getrocknete Organgenscheibenstückerl machen sich gut, oder Rosmarinnadeln, bunter Pfeffer,...

Der Schokotafel neue Kleider... SN/michaela hessenberger
Der Schokotafel neue Kleider...

Der Schokotafel neue Kleider

Wer kurze Anleitungen schätzt, wird hier glücklich: Für dieses Geschenk braucht man Schokolade, für die man eine eigene Hülle basteln kann - indem man die vorgefertigte weggibt und die eigene einfach drüberstülpt.

Aufgerufen am 04.12.2020 um 12:47 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/gruene-weihnachten-sechs-selbst-gemachte-geschenke-schnell-fast-gratis-und-viel-cooler-als-ein-gutschein-61875847

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