Österreich

Heuer 20 Tötungsdelikte in Wien - zwei ungeklärt

In Wien wurden heuer 20 Tötungsdelikte verübt. Zwei davon sind ungeklärt. Im Vorjahr gab es 16 Morde, 2015 waren es 20. Im Jahr 2014 war die Zahl der Tötungsdelikte mit neun die niedrigste in der Bundeshauptstadt seit 1955, ergibt ein Blick in die Statistik. Insgesamt sind in Wien seit 2009 fünf Morde ungeklärt.

Zwei der 20 Tötungsdelikte sind noch ungeklärt SN/APA (dpa)/Franziska Kraufmann
Zwei der 20 Tötungsdelikte sind noch ungeklärt

Im August wurde in Favoriten eine 89-Jährige tot in ihrer Wohnung gefunden. Erst durch eine Obduktion wurde Fremdverschulden festgestellt. Bei Ermittlungen kam heraus, dass die Tat bereits zwei Tage vor dem Fund der Leiche am 11. August verübt worden war. Einbruchsspuren gab es keine, aber es fehlte ein hoher Geldbetrag, den die Pensionistin in ihrer Wohnung aufbewahrt hatte, erläuterte Michael Mimra, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamtes Wien. Demnach dürfte die 89-Jährige vom Täter bis zum Haus verfolgt und gewaltsam in die Wohnung gedrängt worden sein.

Der bisher letzte Mord im Jahr 2017 ist ebenfalls ungeklärt. Dabei handelt es sich um eine tödliche Messerattacke auf einen 33-Jährigen am 7. Dezember in Favoriten. Der Kosovo-Albaner war in der Favoritenstraße in Begleitung einer Frau zu Fuß unterwegs. Laut der Frau wurde der 33-Jährige plötzlich von zwei schwarz gekleideten Männern attackiert, das Opfer erlitt eine schwere Brustverletzung. Der Mann erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Insgesamt gab es in diesem Jahr damit 20 Tötungsdelikte. Erst diese Woche wurde eine tödliche Gasexplosion im Jänner in Wien-Hernals ebenfalls als Mord klassifiziert, erläuterte Mimra gegenüber der APA. Einem 56-Jährigen wird deswegen bereits am Wiener Straflandesgericht der Mordprozess gemacht. Er hat laut Anklage am 26. Jänner seine Wohnung in der Hernalser Hauptstraße vorsätzlich in die Luft gesprengt und dadurch den Hausverwalter getötet. Dass der Schlosser, der die Wohnungstür des Angeklagten im Zuge einer gerichtlich bewilligten Delogierung aufbohren wollte, überlebt hat, grenzt an ein Wunder, ergab der bisherige Prozess. Das Verfahren soll am 11. Jänner in erster Instanz abgeschlossen werden.

Zu den zwei ungeklärten Tötungsdelikten des heurigen Jahres kommen drei weitere aus dem Jahr 2016. Im Juni wurde ein 50-jähriger Baumeister und Besitzer eines Innenstadtlokals vor seinem Wohnhaus in der Leopoldstadt erschossen. Dabei gelang dem Täter ebenso unerkannt die Flucht wie in einem Fall Mitte November in Meidling, als ein 46-jähriger Friseur in seinem Salon niedergeschossen wurde. Außerdem war bereits Anfang April in einer Wohnung in der Leopoldstadt die stark verweste Leiche einer 75-Jährigen gefunden worden. Erst bei der Obduktion stellte sich heraus, dass die Frau erdrosselt worden war.

Gab es in den 80er- und 90er-Jahren allein in der Bundeshauptstadt um die 50 Tötungsdelikte pro Jahr, ging deren Zahl im Laufe der Zeit zurück. Im Jahr 1994 ermittelte die Polizei noch in 40 Fällen wegen Mordverdachts. In Wien sind zentral im Landeskriminalamt drei Gruppen für Mordermittlungen zuständig, insgesamt gibt es im Ermittlungsbereich "Leib und Leben" zwölf Gruppen.

(APA)

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