Österreich

Innenministerium setzt Kommission zu Heli-Absturz ein

Nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Verkehrsministerium zum Absturz eines Polizeihubschraubers am Tiroler Achensee im Jahr 2011 will das Innenministerium eine internationale Untersuchungskommission einrichten. Dies teilte das Ministerium auf APA-Anfrage mit und bestätigte damit einen Bericht der "Kronen-Zeitung".

Feuerwehr beim Bergen der Wrackteile aus dem Achensee im Jahr 2011 SN/APA (zeitungsfoto.at/Liebl)/ZEIT
Feuerwehr beim Bergen der Wrackteile aus dem Achensee im Jahr 2011

"Die Kommission soll alle vorliegenden Berichte analysieren, Zugang zu sämtlichen Beweismitteln erhalten und auch die Möglichkeit haben, weitere Gutachter heranzuziehen bzw. Personen zu kontaktierten und zu befragen, die an den bisherigen Untersuchungen involviert waren", hieß es in der Stellungnahme des Innenministeriums.

Laut dem vor rund einem Monat veröffentlichten Bericht des Verkehrsministeriums ging der Absturz auf menschliches Versagen zurück. Der Pilot sei demnach zwar innerhalb der Betriebstoleranz geflogen, allerdings teilweise zu tief und zu schnell für die Umgebungsbedingungen. Der Pilot habe ohne nachvollziehbaren Grund die Mindestflughöhe unterschritten. Er dürfte seine Höhe über dem Wasser nicht richtig erkannt haben. Vogelschlag oder ein physisches Problem des Piloten wurden im dem Bericht des Verkehrsministeriums als Ursache ausgeschlossen.

Damit hatte der Bericht des Verkehrsministeriums den Ansichten des Innenministeriums widersprochen. Dieses hatte zuvor bereits selbst einen Bericht verfasst und erklärt, dass der Absturz eben nicht auf einen Flugfehler zurückzuführen sei. Die außergewöhnliche Sinkgeschwindigkeit, die der Hubschrauber kurz vor dem Absturz hatte, könne durch eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Piloten, Vogelschlag oder durch das Auftreten des Phänomens "Flicker Vertigo" verursacht worden sein, hatte es seitens des Innenministeriums geheißen. Das "Flicker Vertigo"-Phänomen ist ein Stroboskopeffekt, der entsteht, wenn die Sonne auf die Rotorblätter scheint und dadurch ein sich rasch bewegender Schatten im Cockpit wahrzunehmen ist.

Bei dem Absturz am 30. März 2011 kurz nach 10.00 Uhr waren alle vier Menschen an Bord des Eurocopters - drei Tiroler und ein Schweizer - ums Leben gekommen. Der Leichnam eines 38 Jahre alten Flugbegleiters wurde unmittelbar nach dem Unglück geborgen. Im Hubschrauber befanden sich darüber hinaus der 41-jährige Pilot aus Tirol, ein 53-jähriger einheimischer Grenzpolizist und ein 43 Jahre alter Polizist aus der Schweiz. Die Opfer wurden zwei Tage nach dem Absturz geborgen, die Bergung des Wracks wurde nach elf Tagen unter schwierigsten Bedingungen abgeschlossen.

Quelle: APA

Aufgerufen am 20.01.2021 um 12:29 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/innenministerium-setzt-kommission-zu-heli-absturz-ein-80298931

Kommentare

Schlagzeilen