Österreich

Kärntner im Wald vergraben: Todesursache nicht feststellbar

Das Gutachten zum Tod des 70-jährigen Kärntners, der mehr als ein Jahr lang als vermisst galt, und im Sommer 2016 in einem Wald auf steirischer Seite im Bezirk Murtal vergraben gefunden worden war, liegt vor: Demnach ist die Todesursache nicht mehr feststellbar - sowohl Mord als auch eine Unfall-Version stehen im Raum. Noch im Februar könnte es eine Anklage gegen das "Wahlkind" des Toten geben.

Walter Plöbst, Leiter der Staatsanwaltschaft Leoben, bestätigte am Mittwoch einen Bericht der "Kleinen Zeitung", wonach das schriftliche Gutachten vorliegt, dieses jedoch keine genaue Todesursache anführt: "Der Tote lag ein Jahr lang in der Erde. Wegen der Verwesungsvorgänge war die Ursache nicht feststellbar." Dennoch führe die Staatsanwaltschaft die Erhebungen weiterhin wegen Mordverdachts. Sollten keine weiteren Ermittlungen mehr nötig sein, könnte es noch im Februar zur Anklage kommen, meinte Plöbst.

Im Zentrum der Ermittlungen steht der 30-jährige Ziehsohn des Toten sowie dessen gleichaltriger Freund. Sie sollen den 70-Jährigen im Wald vergraben und einbetoniert haben. Anschließend fuhren sie in die Slowakei und vergnügten sich mit der Kreditkarte des Kärntners in einem Stripklub. Die Rechnung wurde ihnen zu Verhängnis, denn sie brachte die Polizei Monate später auf die Spur der Männer.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mord aus, denn das "Wahlkind" hatte Messerstiche gestanden. Von einem Unfall spricht aber die Verteidigerin des 30-Jährigen. Der 70-Jährige soll bei einem Gerangel gestürzt und mit dem Kopf auf einer Kante aufgeschlagen haben. Erst post mortem habe ihr Mandant auf den Kärntner eingestochen. Anschließend habe er seinen Freund gerufen, der ihm half, die Leiche zu verstecken.

Quelle: APA

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