Österreich

Keine Akut-Gefahr durch illegale Mülldeponie in Lustenau

Die illegale Deponierung von Kunststoffresten und Problemstoffen auf dem Areal des Vorarlberger Recyclingunternehmens Häusle GmbH in Lustenau stellt keine Gefahr für die Umwelt dar. Die Untersuchungen haben rund 15.000 Tonnen ungesetzliche Ablagerungen ergeben. Außer an den bereits bekannten Stellen seien aber keine Fraktionen gefunden worden, hieß es bei der Präsentation des Abschlussberichts.

Der Schaden liege laut einer Schätzung auf Basis der angenommenen Menge bei rund fünf Millionen Euro. "Da kann das eine oder andere noch dazukommen", bilanzierte Häusle-Geschäftsführer Thomas Habermann am Freitag in Bregenz nüchtern. Zuzüglich der geplanten sechs Millionen Euro für die Modernisierung der Anlagen gehe er deshalb "realistisch" von insgesamt zehn bis 15 Millionen Euro aus, die Häusle in den nächsten Monaten aufbringen müsse. Bedeutend sei aber vielmehr, dass alle Teilbereiche auch sanierbar seien, betonte der Geschäftsführer, der diese Funktion erst seit dem vergangenen Dezember ausübt.

Für die Prüfung des Häusle-Areals durch ein unabhängiges Überprüfungsbüro wurde das gesamte Grundstück in zehn Abschnitte unterteilt. "Widerrechtlich deponierte Fraktionen wurden im Großen und Ganzen nur in den Bereichen gefunden, die uns bereits im Frühjahr bekannt waren", berichtete der Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft des Landes, Harald Dreher.

Von den gefundenen Problemstoffen und Kunststoffresten geht laut Erkundungsbericht keine akute Umweltgefährdung aus. "Einerseits sind die Grenzwertüberschreitungen sehr gering, andererseits sind die gefundenen Schadstoffe sehr schwer mobil im Boden", betonte Dreher. Der Leiter der Abfallwirtschaftsabteilung spielte damit auf eine erhöhte Konzentration von Kohlenwasserstoffen an zwei Fundstellen an, in die illegal Kanalräumgut und Straßenkehrricht eingebracht worden sein soll.

Als nächsten Schritt wird das Land auf Basis eines noch zu erstellenden Bodengutachtens einen Bescheid erlassen, der klar feststellt, "in welchem Ausmaß und in welcher Zeit saniert werden muss", resümierte der zuständige Landesrat Johannes Rauch (Grüne). Grundsätzlich rechne er mit einer Abschluss im Juni oder Juli 2017.

Offen sind nun noch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Zolls. Die des Zolls seien bereits sehr weit fortgeschritten, gab der bekannt. Vor deren Ende wollte er sich nicht auf Spekulationen hinsichtlich der Verantwortlichen für den Müllskandal einlassen. Aus dem Prüfbericht geht auch hervor, dass die ungesetzlichen Deponierungen vorsätzlich eingebracht wurden. Die Miteigentümer und ehemaligen Geschäftsführer Wieland Hofer und Martin Bösch (von Ende 2007 bis 2015) hatten stets dementiert von den illegalen Machenschaften gewusst oder sie gar in die Wege geleitet zu haben. Habermann selbst weiß aber genau, was seit Beginn seiner Tätigkeit auf dem Häusle-Areal eingebracht wurde. "Das ist meine Aufgabe", bestätigte er auf APA-Nachfrage.

Quelle: APA

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