Österreich

Kinderwagen-Test zeigt Probleme mit Kippgefahr und Giften

Zwölf Kombi-Kinderwagen, die zum Transport vom Säugling bis zum Kleinkind gedacht sind, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) einer genauen Prüfung unterzogen.

Viele Kinderwägen zeigten deutliche Mängel.  SN/APA (dpa)/Marcus Brandt
Viele Kinderwägen zeigten deutliche Mängel.

Das Augenmerk lag dabei neben kindgerechter Gestaltung, Handhabung und Haltbarkeit vor allem auf Sicherheitsaspekten. Nur drei der getesteten Wagen erhielten eine gute Benotung, hielt der VKI am Mittwoch fest.

"Leider mussten wir feststellen, dass bei drei getesteten Kinderwagen Kippgefahr besteht", sagte VKI-Projektleiter Christian Undeutsch. Darüber hinaus seien vier Modelle so stark mit Schadstoffen belastet gewesen, dass sie insgesamt nur mit "nicht zufriedenstellend" bewertet wurden. Lediglich drei von zwölf Kinderwagen erhielten eine gute Benotung.

Mangelnde Stabilität durch mögliches falsches Befestigen der Sitze kritisierten die Konsumentenschützer bei drei der getesteten Modelle. Um den Sitz korrekt einzusetzen müssen etwa beim Modell Noxxter der deutschen Firma Knorr-Baby vier Metallstifte ins Fahrgestell einklinken. Ein deutliches Einrasten ist aber auch zu hören, wenn nur zwei Stifte eingesetzt werden. Der Einsatz verfügt zu diesem Zeitpunkt aber noch über keine ausreichende Stabilität und droht schon bei leichter Belastung zu kippen.

Das Unternehmen hat bereits auf diese Ergebnisse reagiert und wird die Konstruktion ab der nächsten Produktion mit einer Kippsperre versehen. Zusätzlich wird die Gebrauchsanweisung mit einem deutlichen Warnhinweis versehen. Auch die Sitze der getesteten Modelle von Bergsteiger und Naturkind können leicht falsch eingesetzt werden und dann unter Umständen kippen.

Durch hohe Schadstoffbelastung fielen die geprüften Kinderwagen von Bergsteiger, Knorr-Baby, Teutonia und Bugaboo auf. Bei den drei erstgenannten Modellen wurde u.a. Naphthalin gefunden, ein Stoff, der in Verdacht steht, krebserregend zu sein. Auch Flammschutzmittel konnten in zwei Kinderwagen nachgewiesen werden. Diese Substanzen sollen eigentlich die Ausbreitung von Bränden verzögern, teilweise werden Flammschutzmittel aber auch als Weichmacher eingesetzt.

"Wir hoffen sehr, dass die Hersteller der betroffenen Kinderwagen diese Ergebnisse zum Anlass nehmen, ihre Qualitätssicherung ernsthaft zu überprüfen. Denn es ist nicht nachvollziehbar, dass potenziell krebserregende Stoffe in Produkten verarbeitet werden, die sich im unmittelbaren Kontaktbereich von Kleinkindern befinden", kritisierte Undeutsch. Besorgten Eltern rät der VKI, gegebenenfalls die Griffe der Kinderwagen zu entfernen oder zu überkleben.

Quelle: APA

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