Österreich

Klimademos für "Fridays for Future" - Schüler nehmen die Lehrer mit

Am Freitag streiken in ganz Österreich Jugendliche wieder für einen besseren Schutz des Klimas. Probleme mit der Schule muss es diesmal keine geben.

Die Schülerstreiks für das Klima gehen weiter.  SN/robert ratzer
Die Schülerstreiks für das Klima gehen weiter.

In Österreich wird wieder für eine bessere Klimapolitik demonstriert. Am Freitag werden in allen Landeshauptstädten Jugendliche dafür auf die Straße gehen. Earth Strike ist also angesagt und er kollidiert wieder einmal mit dem Schulbesuch. Ein Großteil der Veranstaltungen beginnt kurz vor 12 Uhr.

Für die Jugendlichen eine schwierige Situation, denn grundsätzlich herrscht in Österreich Schulpflicht. Und wer fehlt, der muss auch mit Konsequenzen rechnen: Es gelten schlimmstenfalls dieselben Regeln wie beim Schwänzen.

Das heißt: Wer während seiner Schulpflicht drei Tage unentschuldigt fehlt, muss mit einer Verwaltungsstrafe rechnen. Den Eltern droht eine Verwaltungsstrafe von bis zu 440 Euro.

Allerdings gibt es diesmal einen Ausweg: Das Bildungsministerium erlaubt, dass die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Schulveranstaltung oder einer schulbezogenen Veranstaltung am Klimastreik teilnehmen. Wobei es zwei Möglichkeiten gibt: Der Streik kann als allgemeine Schulveranstaltung betrachtet werden, dann ist die Teilnahme für die ganze Klasse verpflichtend. Die Entscheidung liegt beim Direktor.

Wenn es sich um eine schulbezogene Veranstaltung handelt, ist die Teilnahme freiwillig. Die Entscheidung liegt bei den Schulpartnern (Lehrer, Eltern, Schüler). In jedem Fall müssen die Kinder bei der Demonstration von einer Lehrperson beaufsichtigt werden.

In sechs Bundesländern fällt die Entscheidung über eine Demoteilnahme direkt an der Schule. Man werde "in dieser Sache nicht in die Autonomie der Schulen eingreifen", hieß es seitens der Bildungsdirektion Salzburg. Für dieses Vorgehen entschieden sich auch Tirol, Kärnten, die Steiermark sowie Ober- und Niederösterreich. Lediglich die Bildungsdirektionen im Burgenland, in Vorarlberg und in Wien erklären den Protest pauschal zur schulbezogenen Veranstaltung.

Einfach so dürfen Schulen ihre Schüler und Lehrer aber nicht zur Demonstration schicken, hat Bildungsministerin Iris Rauskala in der Vorwoche in einem Erlass festgehalten. Die Teilnahme muss inhaltlich mit dem Unterricht verknüpft werden, etwa durch die Behandlung von Klimaschutz oder demokratischer Partizipation im Vorfeld bzw. der Nachbereitung.

Quelle: SN-Alf, Apa

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