Österreich

Kriminalität geht leicht zurück - Änderungen bei Statistik

In Österreich verübte Straftaten haben in den vergangenen Jahren einen deutlichen Wandel durchgemacht. Auch die Kriminalitätsstatistik 2018 versucht, mit der Zeit zu gehen.

„Die Big Five gibt es nicht mehr“, sagt Franz Lang, Bundeskriminalamt. SN/APA/EXPA/MICHAEL GRUBER
„Die Big Five gibt es nicht mehr“, sagt Franz Lang, Bundeskriminalamt.

Offiziell präsentiert wird sie erst am Donnerstag im Innenministerium. Dennoch war die mit Spannung erwartete Kriminalitätsstatistik für 2018 bereits am Montag Thema in den Räumlichkeiten der Wiener Herrengasse.

"Die Kriminalität hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert", betonte Franz Lang, Leiter des Bundeskriminalamts. Und deshalb sei es auch notwendig gewesen, die Erfassung der Straftaten neu zu ordnen. "Die sogenannten Big Five gibt es nicht mehr", sagte Lang. Darunter fallen Delikte wie Wohnungseinbrüche und Kfz-Diebstähle. "Auch Bankraub, Überfälle auf Geldboten, Juwelierraub, Taschen- und Trickdiebstahl - ist alles rückläufig", ergänzte Josef Kerbl, Leiter des Wiener Landeskriminalamts. Kriminalität spiele sich immer mehr im Internet ab. Drogenverkauf, Kinderpornografie, Erpressung, Betrug. Die Zahlen dürften auch im Vorjahr erneut nach oben geschnellt sein.

Darauf hat man im Innenministerium nun reagiert. Denn Internetkriminalität war vor einigen Jahren noch ein Unterpunkt der "großen fünf".

Deutlich mehr Augenmerk will man auch der Gewaltkriminalität schenken. Deshalb wurde der Gewaltbegriff um einige Delikte erweitert. Und auch hier spielt das Internet eine immer größere Rolle. Denn Gewalt kann auch über das Netz ausgeübt werden, muss also nicht physisch sein. Ebenso wie sexuelle Belästigung und öffentliche geschlechtliche Handlungen, die seit 2016 ein eigener Straftatbestand sind, dazu tätliche Angriffe auf Öffi-Bedienstete, Zwangsheirat, Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung und Stalking ("beharrliche Verfolgung").

Künftig wird auf drei Säulen aufgebaut und eingeteilt: Eigentumsdelikte, Gewalt und Cybercrime. BK-Chef Lang: "Nach alter Zählweise hätten wir 40.000 Gewaltdelikte, nach neuer Zählweise sind es 70.000." Was nicht heißen solle, dass die Kriminalität in Österreich rasant wachse: "Im Prinzip ist sie leicht gefallen."

Was den Aufenthaltsstatus fremder Tatverdächtiger betrifft, so gibt es nur noch acht statt neun Kategorien: Touristen, Erwerbstätige (sozialversichert und nicht sozialversichert), Personen in Ausbildung, Asylbewerber, nicht rechtmäßig Aufhältige bzw. Geduldete sowie Personen ohne Aufenthaltsstatus.

Der Zehnjahresvergleich wird nach den neuen Parametern berechnet.

Aufgerufen am 30.10.2020 um 03:22 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/kriminalitaet-geht-leicht-zurueck-aenderungen-bei-statistik-69540559

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