Österreich

Kühlanlage angebohrt: Häuser in Wien evakuiert

Bei Sanierungsarbeiten in Wien-Hernals ist am Freitag eine einbetonierte Kühlanlage angebohrt worden. Dabei trat eine zunächst unbekannte Substanz aus, ein Arbeiter wurde leicht verletzt.

Ein 21-Jähriger Arbeiter atmete die Substanz ein und "wurde an Ort und Stelle erstversorgt und in häusliche Pflege entlassen", berichtete Roland Packert, Sprecher der Wiener Rettung. Einige Bewohner der zwei angrenzenden Gebäude konnten wenig später zurück in ihre Häuser. Ob die Bewohner des betroffenen Objekts auch zurück dürfen, war drei Stunden nach Beginn des Einsatzes noch nicht geklärt. Über den Zwischenfall war die Behörde gegen 13.00 Uhr informiert worden. Nachdem festgestellt wurde, dass Gefahr nur in unmittelbarer Nähe der Flüssigkeit besteht, begann die Feuerwehr mit dem Abbau und der Entsorgung der Kühlanlage, die zu einer ehemaligen Fleischerei gehören dürfte.

Die Substanz, die sich in einem etwa 20 Liter Flüssigkeit fassenden Behältnis befand, sei ätzend und habe einen pH-Wert zwischen 2 und 3. Jedenfalls handle es sich nicht um Ammoniak. Näheres müssten weitere Untersuchungen klären, betonte Einsatzleiter Friedrich Brohs im weißen Schutzanzug, der feucht vom "Wasservorhang" war. Dieser wurde am Ausgang des Gebäudes angebracht wurde, um weitere Dämpfe am Austritt zu hindern.

Erst im Februar hatte ein Ammoniak-Austritt bei einer Wiener Kühlfirma für Aufregung gesorgt. Aufgrund der austretenden Chemikalie in der Baumgasse im Bezirk Landstraße war die Umgebung teilweise evakuiert worden. Insgesamt 62 Personen wurden medizinisch behandelt, sie klagten über Augenschmerzen und Atembeschwerden.

Quelle: APA

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