Österreich

Landesrätin sieht keine Gefahr für Welterbe Neusiedler See

Die burgenländische Naturschutzlandesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) hat am Mittwoch die Kritik von Umweltinitiativen und -organisationen, dass der Welterbe-Status der Region Fertö-Neusiedler See in Gefahr sei, zurückgewiesen. Diese Bedrohung bestehe "im Moment meiner Meinung nach nicht", meinte Eisenkopf. Die Landesrätin kündigte weiters einen neuen Managementplan für die Welterberegion an.

Eisenkopf kündigte einen neuen Managementplan an SN/APA (Archiv)/ROBERT JAEGER
Eisenkopf kündigte einen neuen Managementplan an

Der Verein "Freunde des Neusiedler Sees" hatte im November gewarnt, dass durch die fortschreitende Verbauung der UNESCO-Weltkulturerbe-Status der grenzüberschreitenden Region Fertö-Neusiedler See aberkannt werden könnte. Die Initiative übermittelte deshalb eine Dokumentation an den Internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) in Paris, der die UNESCO in Fragen des Weltkulturerbes berät. Zuletzt warnte auch das Nationale Ramsar Komitee, dass dem See der Status als Weltfeuchtgebiet aberkannt werden könnte.

Es bestehe nicht "auch nur im Ansatz" die Gefahr, dass der See komplett zugebaut werde, meinte Eisenkopf dazu. Der Welterbebeirat - in diesem sitzen auch Vertreter von UNESCO und ICOMOS - prüfe die eingereichten Bauten auf Kriterien wie Bauweise, Größe oder Aussehen. Bisher seien alle Vorhaben so abgeändert worden, wie es der Beirat vorgeschlagen habe.

Weiters hätten bei solchen Projekten auch der Naturschutz und die Raumordnung ein Mitspracherecht. Der propagierte "Bauboom" könne also gar nicht stattfinden, sagte Eisenkopf. Man müsse aber auch Entwicklungen zulassen, so die Landesrätin.

Das Thema Verbauung soll auch im neuen Managementplan für die Welterberegion eine Rolle spielen. Der 2003 erstellte Plan soll überarbeitet und an die Erfordernisse der heutigen Zeit angepasst werden, erklärte Eisenkopf. Die Ausarbeitung erfolge im Rahmen eines Leader-Projektes und werde etwa 210.000 Euro kosten.

Laut dem Obmann des Vereins Welterbe Neusiedler See, Erwin Preiner (SPÖ), habe die UNESCO bereits in den Jahren 2014 bzw. 2015 angeregt, einen neuen Managementplan zu erstellen. Die Zeit seither sei für die Erstellung der Unterlagen und die Projekteinreichung aufgewendet worden. Auf die Frage, bis wann der Managementplan fertig sein soll, meinte Preiner, dass man sich hier "kein enges Zeitkorsett" setzen wolle. Die Erarbeitung werde "das eine oder andere Jahr" dauern.

Mehrere Maßnahmen sollen zudem zur Bewusstseinsbildung beitragen. Die Bevölkerung und besonders die Schüler sollen für die Bedeutung der Region sensibilisiert werden, erklärten der Welterbe-Vereinsobmannstellvertreter, Rudolf Strommer (ÖVP), und Bildungsdirektor Heinz Zitz.

Burgenlands Grüne forderten unterdessen in einer Aussendung "Schluss mit der 'Heile-Welt-Politik' am Neusiedler See". Das Seeufer drohe immer mehr verbaut zu werden, warnte Landessprecherin Regina Petrik. Die vage Ankündigung der Überarbeitung des Managementplans zeuge von der "Gleichgültigkeit" gegenüber der Entwicklung der vergangenen Jahre. Es brauche ein ökologisches Konzept für die Region, welches aufgrund von ehrlichen Bestandsanalysen Entwicklungsziele bis zum Jahr 2025 formuliere.

Quelle: APA

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