Österreich

Laut VGT deutsches Schweinefleisch als heimisches verkauft

Nach den Vorwürfen des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), wonach deutsches Schweinefleisch in Vorarlberg als heimisches feilgeboten wird, hat die Landespolitik Konsequenzen gefordert. Während die SPÖ auf eine baldige Einberufung des Kontrollausschusses drängte, verlangten die NEOS eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht. Die Grünen wollen, dass die Verantwortlichen "zur Rechenschaft gezogen" werden.

Laut VGT deutsches Schweinefleisch als heimisches verkauft SN/APA (dpa)/Jens Büttner
Parteien bemängeln fehlende Transparenz und Kennzeichnungspflicht.

Die designierte SPÖ-Vorsitzende, LAbg. Gabi Sprickler-Falschlunger bemängelte am Sonntag die mangelnde Transparenz. "Offenbar ist seit 3. Juli dieses Jahres klar, dass illegale Transporte von deutschen Schweinen nach Vorarlberg erfolgten. Jeder durfte daher mit Recht annehmen, dass dieses Schweinefleisch für den Verkauf in Vorarlbergs Geschäften bestimmt war", argumentierte die Landtagsabgeordnete. Sie forderte zur "restlosen und vorbehaltlosen Aufklärung" die umgehende Einberufung des Kontrollausschusses. Dorthin müssten sämtliche Verantwortliche geladen werden.

Die NEOS orteten eine dreifache "Schweinerei" - gegenüber den Konsumenten, gegenüber der heimischen Landwirtschaft und natürlich gegenüber den Tieren. Letztere seien "fragwürdigen Transportbedingungen ausgesetzt", bevor sie als "Kurzzeit-Vorarlberger" ihr Leben lassen müssten, meinte LAbg. Martina Pointner in einer Aussendung. Sie forderte eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht: "Der Konsument muss auf den ersten Blick erkennen können, woher das Tier stammt, unter welchen Bedingungen es gehalten und geschlachtet wurde", so die Landwirtschaftssprecherin der NEOS im Vorarlberger Landtag.

"Scharfe Konsequenzen" braucht es den grünen Landtagsabgeordneten Nina Tomaselli und Daniel Zadra zufolge: "Denn solche Dinge schädigen das Vertrauen in die heimische Landwirtschaft". Die Verantwortlichen müssten "zur Rechenschaft gezogen" werden. Zadra sprach von einer "List" gegenüber den Konsumenten und forderte ebenfalls eine umfassende Kennzeichnung von frischem und verarbeitetem Fleisch, was Herkunft und Haltungsform anbelangt.

Die Vorarlberger FPÖ-Konsumenten- und Tierschutzsprecherin Nicole Hosp verurteilte gegenüber dem Vorarlberger ORF derartige Machenschaften "auf das Schärfste". Während sich viele Landwirte und Metzgerbetriebe bemühten, regional und fair zu erzeugen, würden "schwarzen Schafe" mit derartigen Aktionen diese Bemühungen zerstören. Auch sie verlangte eine klare Kennzeichnungspflicht.

Auch die Vorarlberger Volkspartei forderte am Sonntag nach den VGT-Vorwürfen rasch Konsequenzen. Tierschutzsprecher Bernhard Feuerstein nahm in puncto Tierhalter und Transporteur die deutschen Behörden in die Pflicht.

In den vergangenen Jahren sei "viel Geld in die Hand genommen" worden, um Konsumenten über die Herkunft und die damit verbundenen tierschutzrechtlichen Vorschriften zu informieren. All diese Bemühungen würden durch derartige Ereignisse "massiv" infrage gestellt. "Metzgereien, die die Herkunft ihrer Produkte bewusst verschleiern, sind rigoros zu bestrafen", meinte der Landtagsabgeordnete.

Quelle: APA

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