Österreich

Lawinengefahr in Teilen Österreichs stieg auf "erheblich"

Mit Neuschnee und starkem Wind ist am Montag in Tirol die Lawinengefahr wieder verbreitet auf "erheblich" angestiegen, also auf Stufe 3 der fünfteiligen Skala. Vor allem oberhalb der Waldgrenze entstanden umfangreiche Triebschneeansammlungen, teilten die Experten des Landes mit. Diese frischen Triebschneeansammlungen können schon von einzelnen Wintersportlern ausgelöst und vereinzelt groß werden.

Lawinengefahr steigt wieder SN/APA/BARBARA GINDL
Lawinengefahr steigt wieder

Die Gefahrenstellen würden sich hauptsächlich an sehr steilen Schattenhängen sowie in Kammlagen befinden und seien bei schlechter Sicht kaum zu erkennen. Heikel seien auch Stellen, wo Oberflächenreif eingeschneit wurde. Vorsicht war laut Lawinenwarndienst vor allem an steilen Schattenhängen im Bereich der Waldgrenze sowie unterhalb der Waldgrenze geboten.

Im häufig befahrenen Variantengelände und auf "Modetouren" sei die Lawinensituation günstiger. Es bestehe jedoch eine latente Gefahr von Gleitschneelawinen, vor allem unterhalb von rund 2.400 Meter an steilen Grashängen. Gleitschneelawinen können zu jeder Tages- und Nachtzeit abgehen, hieß es.

Nach dem Abgang einer Dachlawine auf eine Gemeindestraße in Lechaschau (Bezirk Reutte) wurde in der Nacht auf Montag die Bergrettung alarmiert. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich Personen unter den Schneemassen befanden, suchten zwei Hundeführer der Lawinenhundestaffel sowie fünf Bergretter die Lawine ab, berichtete die Polizei.

Es wurden keine Verschütteten gefunden. Die Schneefänger auf dem Dach eines Werkstattgebäudes hatten der Schneelast nicht mehr Stand gehalten, weshalb sich gegen 22.45 Uhr die Dachlawine löste und die Gemeindestraße auf einer Lange von 15 Metern und einer Höhe von rund 1,20 Meter verschüttete. Die Freiwillige Feuerwehr räumte die Straße und sicherte die durch das Abrutschen des Schnees entstandenen Gebäudeschäden.

Die Lawinengefahr stieg am Montag auch in Teilen Niederösterreichs auf Stufe 3 der fünfteiligen Skala. In den hohen und mittleren Lagen der Ybbstaler Alpen und des Rax-Schneeberggebietes wurde das Risiko aufgrund von Sturm und Neuschnee als "erheblich" angesehen, berichtete der Warndienst Niederösterreich. In den weiteren Regionen ist die Gefahr "mäßig" (Stufe 2).

"Gefahrenstellen finden sich vor allem ost- und südseitig in den kammnahen und kammfernen Leebereichen und vereinzelt bis in bewaldete Gebiete hinab", wurde im Lagebericht mitgeteilt. Die Auslösung von Schneebrettlawinen sei hier bereits durch geringe Zusatzbelastung möglich. Am Dienstag soll die Situation gleich bleiben.

Im Salzburger Lungau sind unterdessen zum dritten Mal seit Anfang Jänner 25 Häuser von der Außenwelt abgeschnitten. An der Situation im Ortsteil Jedl (Gemeinde Muhr) wird sich zumindest am Montag auch nichts ändern: Die am Sonntag von einer Gleitschneelawine verlegte Zufahrtsstraße bleibt zumindest bis Dienstagfrüh gesperrt. Weil noch nicht alle Hänge entladen sind, sei keine gefahrlose Schneeräumung möglich.

"Die Lawinenwarnkommission hat in der Früh entschieden, dass die Straße zu bleibt. Wegen der weiter hohen Lawinengefahr wäre es zu riskant, Raumfahrzeuge zu schicken", sagte Bürgermeister Sepp Kandler (SPÖ) zur APA. "Die Lage wird am Dienstagmorgen neu beurteilt." In den Hängen über der Straße würden sich immer noch Gleitschneelawinen befinden, dies habe ein Erkundungsflug am Sonntag gezeigt.

Für die Bewohner ortete Kandler allerdings keine akuten Probleme. "Abgesehen davon, dass sie das Tal nicht verlassen können, sollten es keine Probleme mit der Versorgung geben." Im Falle medizinischer Notfälle könne ein Hubschrauber angefordert werden.

Ebenfalls geschlossen bleibt am Montag der Zinkenlift bei Bad Dürrnberg (Tennengau). Dort hatte eine auf der steilen Wiese abgerutschte Gleitschneelawine am Sonntag gegen 4.00 Uhr früh ein Stütze des Sessellifts getroffen. Die Mitarbeiter waren den ganzen Sonntag damit beschäftigt, die Stütze von dem gepressten Schnee zu befreien. Heute soll nun ein Experte der Herstellerfirma die Seilbahn auf etwaige Schäden untersuchen.

In den Ybbstaler Alpen und in der Rax-Schneeberggruppe bleibt die Lawinengefahr auch am Dienstag auf Stufe 3 von 5 und wird damit weiterhin als "erheblich" eingeschätzt. Sturm und Neuschnee sorgen für ungünstige Tourenbedingungen, teilte der Warndienst Niederösterreich am Montagabend mit. In den übrigen Regionen des Bundeslands wird das Risiko als "mäßig" (Stufe 2) bewertet.

Verbreiteter Schneefall wird am Dienstag im gesamten niederösterreichischen Alpenraum erwartet. Bis zu 30 Zentimeter könnten der Einschätzung zufolge im Bereich zwischen den Ybbstaler Alpen und der Rax fallen. Die montaglichen Windspitzen von 120 km/h könnten am Dienstag übertroffen werden. Auch am Mittwoch dürfte die Lawinengefahr in den betroffenen Gebieten "erheblich" bleiben, gab der Warndienst bekannt.

Quelle: APA

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