Österreich

Leichte Entspannung bei Lawinensituation in Österreich

Die Lawinensituation in Österreich hat sich am Dienstag leicht entspannt. Alle Orte in Vorarlberg waren am Abend wieder am Straßenweg erreichbar. Dennoch herrscht in allen Bundesländern außer Wien und dem Burgenland die zweithöchste Gefahrenstufe 4. In manchen Regionen sollte sich die Situation weiter beruhigen, für Tourengeher und Variantenfahrer bleibt die Lage aber auch am Mittwoch heikel.

In höheren Lagen gilt weiterhin Lawinenwarnstufe vier SN/APA (zeitungsfoto.at)/ZEITUNGSFO
In höheren Lagen gilt weiterhin Lawinenwarnstufe vier

In Vorarlberg waren oberhalb von 1.600 Metern bis Dienstagfrüh noch einmal 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee hinzugekommen, lokal auch ein halber Meter. Zwar wurde im Raum Gargellen die höchste Warnstufe 5 widerrufen, in den höheren Lagen herrschte aber weiter landesweit große Lawinengefahr der Stufe 4. Die Einsatzkräfte blieben in erhöhter Alarmbereitschaft. Daran werde sich auch in den kommenden Tagen nichts ändern, sagte Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP).

Am Dienstagabend waren wieder alle Orte in Vorarlberg auf dem Straßenweg erreichbar. Die Verbindung nach Gargellen im Montafon (L192) wurde kurz nach 18.00 Uhr wieder für den Verkehr frei gegeben. Die Vorarlberger Zufahrten zu den Arlberg-Orten Lech, Zürs und Stuben waren schon am frühen Nachmittag geöffnet worden.

Auch die Verbindung den Arlbergpass war laut ÖAMTC am Dienstagabend befahrbar. Die Räumungsarbeiten auf der Arlbergstraße (L197) oberhalb der Alpe Rauz bis hinauf zum Pass bzw. nach St. Christoph waren seit den Nachmittagsstunden im Gang und waren bis zum frühen Abend abgeschlossen. Die Arlbergbahnstrecke blieb zwischen Bludenz und Landeck-Zams vorerst noch bis Mittwochmittag gesperrt.

Die Experten des Landes Tirol meldeten leichte Entspannung bei der Lawinengefahr. Oberhalb von 2.000 Metern wurde sie jedoch weiterhin als groß eingestuft, also mit Stufe 4. Im Laufe des Dienstags kam es zu weiteren Straßenöffnungen im Oberland und im Außerfern. Viele Verkehrswege konnten nach Erkundungsflügen der Lawinenkommissionen wieder freigegeben werden. So sind etwa seit 19.00 Uhr der Fernpass und Scharnitz wieder frei passierbar, teilte das Land am Abend mit. Weiterhin gesperrt bleiben indes die Straßen ins Kauner- und Sellraintal. Bereits seit Mittag waren die Orte Ischgl, See und Kappl im Paznauntal wieder erreichbar.

In großen Teilen Salzburgs herrschte ebenfalls weiterhin Lawinenwarnstufe 4. Laut ÖAMTC blieben deshalb nach wie vor einige wichtige Straßenverbindungen zu. In beide Richtungen gesperrt waren etwa der Pass Lueg, der Dientnersattel und der Filzensattel, die Postalm Panoramastraße und die Gerlos Straße über den Gerlospass. Am Dienstag ab 17.00 Uhr sollte hingegen der Radstädter Tauern - und damit der Wintersportort Obertauern - auch vom Süden her wieder erreichbar sein. Für Skitourengeher und Variantenfahrer bleibt die Situation auch am Mittwoch heikel. Es reicht laut Lawinenlagebericht schon das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers, um Schneebretter auszulösen.

In Oberösterreich galt oberhalb von 1.400 Metern Seehöhe Warnstufe 4, darunter 3. Pyhrnpass und Hengstpass waren laut ÖAMTC in beiden Richtungen für den gesamten Verkehr wegen Lawinengefahr gesperrt, ebenso die Langbathseestraße zwischen Kohlstatt und Langbathsee, die Koppental Landesstraße zwischen Bad Aussee und Obertraun sowie einige weitere Verkehrsverbindungen im Salzkammergut und im Mühlviertel.

Die zweithöchste Stufe 4 blieb auch in Niederösterreich in den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberggebiet oberhalb der Waldgrenze aufrecht. Darunter und in den Türnitzer Alpen wurde das Risiko als erheblich (Stufe 3) eingeschätzt.

In Kärnten herrschte am Dienstag immer noch weit verbreitet erhebliche Lawinengefahr. Laut Informationen des Lawinenwarndienstes Kärnten galt in den Hohen Tauern oberhalb von 2.200 Metern Seehöhe sogar noch Warnstufe 4, also große Lawinengefahr. "Vereinzelt können hier höhergelegene und exponierte Güterwege von spontanen Lawinen betroffen sein", hieß es. Zusätzlich belastet werde die Schneedecke durch vermehrte Sonneneinwirkung. In hohen Lagen sorgte noch dazu starker Wind für immer wieder frische Triebschneeablagerungen. Im Osten Kärntens wurde die Lawinengefahr mit überwiegend mäßig angegeben.

Große bis erhebliche Lawinengefahr gab es auch noch in der Obersteiermark. Allerdings waren fast überall die Schneefälle in Regen übergegangen, für das weststeirische Randgebirge wurde die Warnstufe von 3 auf 2 zurückgenommen. Auf vielen Bergstraßen war Kettenpflicht vor allem für Lkw verhängt, einige Straßen nach OÖ bzw. Salzburg waren wegen drohender Lawinen gesperrt.

Quelle: APA

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