Österreich

Lichtermeer am Ring als "Zeichen des Miteinanders"

Am Sonntag sollen am Wiener Ring um 19.00 Uhr mindestens 13.000 Kerzen zum Gedenken an die Zahl der in Österreich an Covid-19 verstorbenen Menschen angezündet werden. Das kündigten Vertreter der zu diesem Zweck gegründeten Initiative "#YesWeCare - das #Lichtermeer" am Donnerstag bei einer Pressekonferenz an. Man verstehe sich aber nicht als "Gegendemo" zu den Corona-Kundgebungen der vergangenen Wochen.

Ein Lichtermeer am Ring soll Hoffnung geben SN/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL
Ein Lichtermeer am Ring soll Hoffnung geben

Ihren Ausgang nahm die Initiative mit einem "Frustposting von mir auf Twitter", so der Innsbrucker Roman Scamoni. "Ich habe gemerkt: Die Polarisierung in der Gesellschaft macht auch was mit mir - und zwar nix Gutes." Daher habe er geschrieben, warum es eigentlich kein Zeichen des Miteinanders und des Gedenkens an die Verstorbenen gebe. Darauf habe sich Daniel Landau aus Wien gemeldet, und die Sache sei ins Laufen gekommen.

"Wir verstehen uns nicht als Gegendemo zu dem, was an den Samstagen und den anderen Tagen passiert", meinte Scamoni. "Wir wollen uns mit denen nicht messen, wollen nicht mehr sein als die anderen oder lauter oder wichtiger. Wir wollen einfach da sein, wir wollen zusammenkommen, miteinander Kerzen anzünden. Mir geht es um das Hand-Ausstrecken und Einladen."

Bei der Veranstaltung handle es sich um keine Pro-Impfdemo, so Scamoni. Allerdings gilt die 3G-Regel - man ersuche ausdrücklich um das Tragen einer Maske und das Einhalten von Abständen. Fackeln sollen nicht verwendet werden, Flyer sind nicht erwünscht.

Auch Landau betonte den Miteinander-Gedanken. Man wolle das "Bild von Österreich erweitern", damit man nicht nur Aggressivität vorgesetzt bekomme. "Wir wollen zeigen, dass wir auch die leiseren Töne beherrschen." Um 18.30 Uhr sollen sich die Teilnehmer an der Ringstraße auf den Nebenfahrbahnen sammeln und formieren. Um 19.00 Uhr wird dann die Straße betreten und die Kerzen werden entfacht ("Vielleicht beheben auch leuchtende Handys das Windproblem"). Zehn Minuten später wird die Aktion dann wieder beendet.

Die Verschiebung der Aktion um zwei Stunden aufgrund einer Bitte der Polizei sieht Landau mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits hätten es damit Familien mit Kindern und Menschen mit weiterer Anreise schwerer teilzunehmen. "Die Alternative wäre, eine Kerze ins Fenster zu stellen." Andererseits sollten aber auch die Geschäfte endlich auch ein wenig Geschäft machen dürfen. "Diese Zeit ist ein Kompromiss."

Unterstützungszusagen gibt es laut Landau unter anderem von Gewerkschaft, Volkshilfe, Ärztekammer und Religionsgemeinschaften. Auch die Wiener Pensionistenklubs unterstützen die Aktion. Mit Störaktionen rechnen Scamoni und Landau eher nicht - man habe außerdem die Polizei vor Ort. Willkommen seien Teilnehmer aus allen Spektren - "von links bis so weit rechts, wie es halt geht". Auch Impfgegner hätten in ihren Familien vielleicht Menschen verloren, derer sie gedenken wollen.

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