Österreich

Lotto-Panne: Wenn nichts mehr geht, wird per Hand gezogen

Bei der Lottoziehung versagte ein Gerät. Dabei wird gerade beim Glücksspiel gehofft, dass alles gut geht. Es geht aber nicht immer gut. Kurioses aus der Welt der Lotto-Ziehungen.

Lotto-Panne: Wenn nichts mehr geht, wird per Hand gezogen. SN/apa
Lotto-Panne: Wenn nichts mehr geht, wird per Hand gezogen.

Es hätte die erste Kugel der Ziehung der österreichischen Lottozahlen am Sonntag sein sollen. Aber da kam keine Kugel, sondern es fuhr ein leerer Zylinder hoch. Ziehungsmanager und Notar schritten ein. Es war klar, was zu passieren hatte: Das zweite Ziehungsgerät wurde eingesetzt. In solchen Fällen greift ein stabsplanmäßiger Notplan. Die Ziehung klappte klaglos.
Was aber, wenn zu dem Zeitpunkt schon ein paar Kugeln gezogen sind? In diesem Fall kommt ebenfalls das zweite Ziehungsgerät zum Einsatz. Bevor es angeworfen wird, werden die bereits gezogenen Zahlen vom Präsentationsteller entfernt. Dann geht es wie gewohnt weiter.

Kein technischer Defekt

Der Vorfall vom Sonntag wird von der Lotterien-Gesellschaft nicht als "technischer Defekt" eingestuft, sagt Gerlinde Wohlauf, Sprecherin der Lotterien-Gesellschaft, am Montag. Es könne auch vorkommen, dass sich bei Hochfahrens des Zylinders "einfach einmal zwei Kugeln gegenseitig wegdrücken". Und zur Not fällt die Entscheidung über die sechs Richtigen über Lotto Plus und Joker per Hand. Das passiert, wenn bei einer der Ziehungen auch das Ersatzgerät versagt. Dann steht ein Handziehungsapparat bereit. Der Lotto-Fee werden dann die Augen verbunden und sie muss die Ziffernkugel mit der Hand ziehen.

Kontrolle und Training

Das kam in den 32 Jahren, in denen es in Österreich Lotto gibt, noch nie vor. "Wir sind auf alle Eventualitäten vorbreitet", sagt Wohlauf. Die Ziehungen werden zigfach und akribisch geprobt, alle Geräte kontrolliert. Jeder Satz von Ziehungsmanager und Notar muss im Ernstfall richtig sein. "Wenn die Kameras bei der Ziehung laufen, ist das doch eine angespannte Situation, bei der sehr viel Menschen zuschauen", sagt Wohlauf. Dafür will man so gut wie möglich präpariert sein. "Es geht um Transparenz und Reputation", sagt Wohlauf. In Österreich gab es bisher kaum Pannen.

Weltweit gibt es aber einige bemerkenswerte Kuriositäten rund um Lotto-Ziehungen.

Sieben Sekunden zu spät

Ein Kanadier spielte Lotto, hatte die sieben richtigen Zahlen für den Jackpot von 27 Millionen - aber sein Schein war sieben Sekunden zu spät ausgedruckt worden. Er klagte, doch die Lottogesellschaft gewann das jahrelange Verfahren.

Ein Abend voller falscher Zahlen

Im Juli 2005 begann alles damit, dass Lottofee Franziska Reichenbacher anstatt der Zusatzzahl "18" die falsche Zahl "8" vorlas. Das war den TV-Verantwortlichen nicht entgangen, man wusste aber nicht genau, wie man mit dieser Situation umgehen sollte. Daher verzichtete man in der "Tagesschau" lieber auf die Verkündung der Lottozahlen. Im ZDF hingegen wurden kurz darauf Lottozahlen verkündet, es waren aber die der Vorwoche.

Kaputte Kugel

Bei der Lotto-Ziehung zum "Spiel 77" zerbrach 1999 bei der letzten Ziffer noch im Mischbehälter die Kugel mit der "6". Es kam eine Ersatzmaschine zum Einsatz.

Es fehlen 20 Kugeln

Bei der Ziehung der Nordwestdeutschen Klassenlotterie fehlten im Jahr 2005 von den insgesamt 100 Kugeln 20 in einer Lostrommel. Das Missgeschick passierte, nachdem die echten Kugeln aus der Trommel für einen Film gegen "schönere" getauscht wurden. Nach den Dreharbeiten vergaßen NKL-Mitarbeiter beim Wiederbeladen der Trommel 20 Kugeln im Tresor.

Aufgerufen am 17.10.2021 um 12:16 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/lotto-panne-wenn-nichts-mehr-geht-wird-per-hand-gezogen-62299450

Kommentare

Schlagzeilen