Österreich

Massenfestnahme in Wien: Verdächtige in Polizeigewahrsam

Keine weiteren Details gab es am Sonntag zu einer Massenfestnahme von 22 aus Tschetschenien stammenden Personen, die Freitagabend auf dem Donauinselplatz in Wien-Floridsdorf in Polizeigewahrsam gekommen waren. In der Folge waren zwei Pistolen, eine Maschinenpistole und Munition sichergestellt worden. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) sprach von Bandenrivalität als Hintergrund.

Die Verdächtigen werden nun vernommen.  SN/APA/BARBARA GINDL
Die Verdächtigen werden nun vernommen.

"Die Personen befinden sich weiterhin in Polizeigewahrsam. Die Vernehmungen laufen", sagte ein Sprecher der Wiener Polizei am Sonntag. Weitere Informationen werde man - wenn es die gäbe - am Montag mitteilen.

So hatte sich die Aufsehen erregend Affäre abgespielt: Die Wiener Polizei war nach einem Hinweis aus der Bevölkerung auf die Gruppe von Personen am Donauinselplatz aufmerksam gemacht worden. Das erfolgte Freitag kurz vor 20.45 Uhr. Insgesamt trafen zunächst drei Funkwagen der Wiener Polizei ein. Die Beamten befragten die Männer, was sie an dem Ort täten. "Man ginge spazieren", hieß es. Auch von einer Hochzeit war die Rede. Die weiteren Ereignisse samt der Festnahme von insgesamt 22 Personen kamen in Gang, als ein Beamter eine Pistole fand. Jemand hatte sie offenbar im Schnee zu verstecken versucht. Schließlich wurde gar auch eine Maschinenpistole entdeckt. Dazu kam noch Munition. Die WEGA-Einsatzgruppe der Polizei wurde gerufen.

"Alle 22 vor Ort befindlichen Personen wurden festgenommen", schrieb die Polizei am Samstag. Auch Polizeihunde waren im Einsatz. Mehrere Autos, die offenbar zu den Verdächtigen gehörten, wurden durchsucht. Ermittelt wurde zunächst wegen Paragraf 246 des Strafgesetzbuches ("Staatsfeindliche Verbindungen"). Bei einem "Stöbereinsatz" auf der Donauinsel wurde schließlich von einem Suchhund Samstag gegen 16.15 Uhr eine weitere Pistole samt Munition entdeckt.

Die Massenfestnahme der Tschetschenen dürfte laut Innenministerium keinen terroristischen, sondern einen kriminellen Hintergrund haben. Demnach handle es sich um Bandenrivalität, hieß es am Samstag. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) zeigte sich über die Mithilfe der Bevölkerung erfreut, die den entscheidenden Hinweis für den Zugriff lieferte.

"Ich bin wirklich stolz auf die Bürgerinnen und Bürger, die unserem Aufruf 'Wir brauchen eine Gesellschaft vom Wegsehen zum Hinsehen' gefolgt sind", erklärte der Innenminister gegenüber der APA. "Aufgrund dieses Hinweises konnten wir 22 Tschetschenen festnehmen, die sich in Besitz von mehreren Waffen - darunter sogar eine Maschinenpistole - befanden. Das Zusammenspiel von Exekutive und Zivilbevölkerung hat ausgezeichnet funktioniert." Sobotka dankte allen Beteiligten.

Der Minister kündigte gegenüber der APA auch an, künftig noch schärfer gegen kriminelle Asylwerber vorzugehen. Von den 22 aus Tschetschenien stammenden Männern seien 16 Personen Asylberechtigte und vier Asylwerber gewesen. Zwei hätten bereits negative Bescheide ausgestellt erhalten. Es könne nicht sein, dass Asylwerber und Asylberechtigte, die Schutz suchten, das Gastrecht missbrauchten und zu einer "Gefahr für die Bevölkerung" würden, sagte Sobotka.

Quelle: APA

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