Österreich

Medizin-Uni Innsbruck nach Hackerangriff: "Derzeit kein Hinweis auf Datendiebstahl"

Vizerektorin Groß: "Normales Arbeiten mittlerweile wieder möglich". Die Ermittler des Landeskriminalamtes geben sich hinsichtlich Tätergruppe und etwaiger Geldforderungen bedeckt.

Wer die Hacker waren, die die Medizinische Uni Innsbruck angegriffen haben, ist bis dato unbekannt. SN/tomasz zajda - stock.adobe.com
Wer die Hacker waren, die die Medizinische Uni Innsbruck angegriffen haben, ist bis dato unbekannt.

Es war ein Schock, als die Verantwortlichen an der Medizinischen Universität Innsbruck feststellten, dass das Computersystem der Hochschule am vergangenen Samstag gehackt worden war. Die Webseite war "down", also nicht erreichbar. Und auch auf andere Teile des IT-Systems gab es keinen Zugriff. 2200 Mitarbeiter und 3500 Studierende wurden aufgerufen, persönlich an der Uni zu erscheinen, um sich neue Passwörter abzuholen. Denn die alten mussten aus Sicherheitsgründen zurückgesetzt werden.

Offenbar keine Daten abgesaugt

"Mittlerweile konnte ein Großteil der verschlüsselten Daten wiederhergestellt werden", verkündete Manuela Groß, Vizerektorin für Finanzen und IT, am Donnerstag. Dieser Prozess sollte in den "nächsten Tagen weitestgehend abgeschlossen" sein. "Trotz unserer umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen war es durch eine hochprofessionelle und gezielte kriminelle Vorgangsweise möglich, unsere IT-Systeme anzugreifen und Daten zu verschlüsseln. Derzeit gibt es aber keinen Beleg dafür, dass Daten gestohlen wurden." Man müsse diesbezüglich aber noch ausstehende Analysen abwarten, um das garantiert sagen zu können.

Normales Arbeiten weitestgehend möglich

Groß betonte, dass "seit Dienstag praktisch wieder normal gearbeitet werden kann". Ob das für sämtliche 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelte, könne sie aber nicht sagen. Es gebe aber noch "spezielle Systeme, die gerade neu aufgesetzt werden". Die Kommunikation via E-Mail sei aber wieder voll funktionsfähig.

Landeskriminalamt ermittelt

Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt Tirol übernommen. Ob es schon Hinweise auf eine Tätergruppe gibt oder eine Geldforderung eingegangen ist, wollte LKA-Leiterin Katja Tersch im SN-Gespräch nicht verraten und verwies auf ermittlungstaktische Gründe. "Digitale Ermittlungen sind grundsätzlich sehr komplex, aufwendig und zeitintensiv. Das liegt insbesondere an der Möglichkeit der Anonymisierung im Internet, der Flüchtigkeit der Daten sowie der großen Menge an Daten und Informationen."

Spuren führen häufig ins Ausland

Nun gelte es, die digitalen Spuren zu identifizieren, die Daten forensisch zu sichern und die Prozesse entsprechend zu dokumentieren. Es folgen Datenanalysen und Versuche, den Sachverhalt zu rekonstruieren. "Die Spuren führen häufig ins Ausland, wodurch zusätzlich auch noch der Weg der internationalen Rechtshilfe eingeschlagen werden muss", betonte Tersch.

Aufgerufen am 02.07.2022 um 10:31 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/medizin-uni-innsbruck-nach-hackerangriff-derzeit-kein-hinweis-auf-datendiebstahl-123187948

Kommentare

Schlagzeilen