Österreich

Messerattacke in Asylheim - Einweisung in Anstalt

Im fortgesetzten Prozess um eine Bluttat in einem südburgenländischen Asylheim hat es am Dienstag in Eisenstadt ein Urteil gegeben. Der 29-jährige Angeklagte wurde unter anderem der schweren Körperverletzung schuldig gesprochen, er soll in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden. Der Iraker hatte sich wegen der Anklage des versuchten Mordes zu verantworten.

Der Geschworenensenat befand den 29-Jährigen der absichtlichen, schweren Körperverletzung sowie der Nötigung und Körperverletzung für schuldig. Das Strafmaß beträgt sechs Jahre unbedingt.

Im Mai soll es nach gemeinsamen Alkoholkonsum zu einem Streit zwischen dem Iraker und einem 26-jährigen Landsmann gekommen sein. Laut Aussagen der Zeugen dürfte der Grund gewesen sein, dass der Angeklagte dem späteren Opfer kein Bier mehr geben wollte. Der Streit eskalierte, woraufhin der 29-Jährige ein Messer aus seinem Zimmer holte und dem 26-jährigen mit dem Umbringen drohte.

Mehrere Bewohner der Unterkunft versuchten den Angeklagten aufzuhalten, dieser bedrohte sie aber und verletzte einen per Kopfstoß. Nachdem sich das Opfer in einem Zimmer verbarrikadiert hatte, drohte der 29-Jährige sich an dessen Frau zu vergehen, sollte er nicht öffnen. Als der 26-Jährige die Tür öffnete kam es zum Gerangel und schließlich zum Messerstich.

Das Opfer erlitt laut Staatsanwaltschaft eine "letale Verletzung", der Mann konnte nur durch eine Not-Operation gerettet werden. Die rund 20 Zentimeter lange Klinge drang laut Gutachten zehn Zentimeter tief in die Brusthöhle ein, wobei auch die Lunge verletzt wurde.

Bei der Zeugenbefragung am Dienstag zeigte sich, dass es regelmäßig zu Alkoholkonsum in dem Heim gekommen sein dürfte. Die Unterkunftgeberin berichtete, dass immer wieder Alkohol getrunken wurde und es infolge Streitigkeiten zwischen den Bewohnern gab. Die Hausordnung verbiete dies zwar, aber "sie hören nicht auf mich", so die Zeugin.

Der Verteidiger hinterfragte, wie weit das Opfer selbst mit schuld an dem Streit und dessen Eskalation gewesen sei. Weiters betonte er, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss gestanden sei. Die Staatsanwältin berief sich hingegen auf ein Gutachten, demzufolge der 29-Jährige zurechnungsfähig war. Es sei "eindeutig, dass ich, wenn ich mit so einem Messer in den Oberkörper eines Menschen steche, will, dass dieser so schwer verletzt wird, dass er stirbt", meinte sie im Schlussplädoyer.

Die Geschworenen einigten sich jedoch auf eine absichtliche, schwere Körperverletzung. Der Angeklagte wurde weiters der Nötigung und Körperverletzung schuldig gesprochen, bedingt durch die Drohung und Verletzungen gegenüber dem Opfer und den anderen Asylwerbern.

Mildernd wirkte sich die im Gutachten attestierte Persönlichkeitsstörung aus, welche auch ausschlaggebend für die Einweisung war. Der Angeklagte sei im alkoholisierten Zustand unkontrollierbar, sagte Richterin Karin Lückl in der Urteilsbegründung. Der Verteidiger verzichtete auf Rechtsmittel, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Quelle: APA

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