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Minus 25 Grad - extreme Kältewelle rollt auf Österreich zu

Unmittelbar vor Beginn des meteorologischen Frühlings am 1. März werden in Österreich Temperaturen bis zu minus 25 Grad erwartet. Worauf man dabei achtgeben sollte.

Es wird frostig. SN/APA (epa)/DANIEL FRIEDERICHS DPA
Es wird frostig.

Kaltluft vom Nordpol. Klingt eisig und ist es auch. Von kommendem Sonntag auf Montag soll so eine Wetterfront das Wald- und Weinviertel erreichen und in weiterer Folge über weite Teile Österreichs hereinbrechen.

An der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik spricht man von möglichen Temperaturen bis zu minus 25 Grad in bewohnten Gebieten. Lunz am See etwa sei ein Ort, an dem so ein Wert erreicht werden könnte. Doch selbst in Wien sind zweistellige Minusgrade wahrscheinlich.

"Phänomene wie dieses treten Ende Februar nur alle fünf, sechs Jahre auf. Zuletzt 2011", sagt Klimatologe Alexander Orlik.

Da Meteorologen sehr ungern zu weit in die Zukunft schauen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Vom 25. bis 27. Februar 1986 wurde Österreich von einer extremen Kältewelle heimgesucht.

Die Vorzeichen waren ähnlich wie 2018: "Wichtig ist, dass vor Eintreffen der Kaltfront Schnee liegt", erklärt Orlik. Für das Wochenende rechnet man vor allem in Kärnten, der Steiermark und Niederösterreich, aber auch im Burgenland und in Wien mit Neuschneemengen von bis zu 30 Zentimetern.

Anschließend sollte es aufklaren. Wolkenloser Himmel sorgt dafür, dass die Kälte vor allem in der Nacht wunderbar abstrahlen kann.

Der Winter hält an

Ende Februar 1986 waren die Werte jedenfalls flächendeckend klirrend: In Wien wurden tagsüber bis zu minus 21,6 Grad gemessen. In der Stadt Salzburg gar minus 21,8 Grad. Graz meldete minus 16,6 Grad, Innsbruck minus 17 Grad. Kältepol war Schwarzau im Gebirge im südlichen Niederösterreich mit minus 29 Grad.

Meist sammelte sich die Kaltluft in den Tälern und Niederungen. Denn in den Bergen war es mitunter sogar "wärmer". Bestes Beispiel: Auf dem Feuerkogel hatte es auf 1600 Metern Seehöhe minus 17,7 Grad. Knapp 1200 Meter unterhalb, in Gmunden, waren es zum selben Zeitpunkt minus 18,6 Grad.

In Obertauern (1664 Meter) sanken die Quecksilbersäulen in den Thermometern auf minus 21,6 Grad. Saust man bei solchen Bedingungen mit Ski die Pisten hinunter oder setzt sich in Form eines Spaziergangs dem Wind aus, ist das für ungeschützte Hautpartien nicht ungefährlich. Stichwort: gefühlte Temperatur.

Pfeift der Wind mit 40 km/h, so werden aus gemessenen minus fünf Grad gefühlte minus 14 Grad. Minus 20 Grad auf dem Thermometer empfindet der Mensch bei 40 km/h Wind bereits, als wären es minus 34 Grad.

Je weiter die Temperaturen sinken, desto mehr steigt die Gefahr von Erfrierungen. "Wichtig ist, dass die Körpertemperatur hoch bleibt, dann werden auch exponierte Teile wie Gesicht, Finger und Zehen besser durchblutet", erklärt Andreas Steiner, Vorstand der dermatologischen Klinik im Krankenhaus Hietzing in Wien.

Umgekehrt: "Beginnt man zu frieren, nimmt auch die Durchblutung dieser Körperteile ab." Steiner empfiehlt daher, bei extremen Minusgraden auf jeden Fall fettige Salben aufzutragen. "Auf keinen Fall Cremen, die Wasser enthalten. Denn das gefriert sonst."

Pistenspaß und Hüttengaudi sollten bei solchen Witterungsverhältnissen keineswegs überstrapaziert werden. Das berühmte Stamperl zum Aufwärmen könnte bei übermäßigem Konsum durchaus gravierende Folgen haben.

"Der Alkohol erweitert die Gefäße. Das heißt, der Körper kühlt schneller aus", sagt Dermatologe Steiner. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn man aufgrund einer Alkoholisierung mögliche Erfrierungen nicht rechtzeitig bemerkt.

Steiner: "Wenn man eine Erfrierung, die ähnlich der Verbrennung in drei Graden gemessen wird, hat, sollte man sie so schnell wie möglich aufwärmen. Das kann durchaus schmerzhaft sein."

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