Österreich

Mit Herz und Verstand

Einkehr beim Gössnitzer im Innviertel. Oder wie man mit der Erkenntnis umgeht, dass Kochen unsere Natur ist.

Im Jahr 1474 wurde Giulia Farnese geboren. Sie machte sich als Mätresse von Papst Alexander VI. einen Namen. Im gleichen Jahr wurde Mahmud Pascha, der Großwesir des Osmanischen Reichs, hingerichtet. Er hatte sich geweigert, Flüchtlinge zu massakrieren. 1474 wurde auch der erste Kochbuch-Bestseller des Abendlands veröffentlicht. Bartolomeo Platina hat ihn in Venedig unter dem Titel De honesta voluptate et valitudine ("Von der Eehrlichen, zimlichen, auch erlaubten Wollust des leibs") verfasst. Er basiert auf den Rezepten des Leibkochs des Bischofs von Aquileia. Und auch wer vor der Eingangstür des Gasthofs Gössnitzer in Eggelsberg steht und den Blick nach oben richtet, der sieht die Jahreszahl 1474. Seit damals werden hier Reisende bewirtet. "Damals nannte man den Wirt noch Leutgeb", sagt Bernhard Gössnitzer. Diese hätten lang als verschlagen gegolten. Solcher Leumund hafte der Branche noch heute an. Auch Gössnitzer könnte ein Buch über seine Wanderjahre in den 1970er- und 1980er-Jahren schreiben.

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