Österreich

Mordverdächtiger mit vier Kindern auf der Flucht

Ein Syrer soll seine 31-jährige Frau in der gemeinsamen Wohnung mit zwei Messern erstochen haben. Seitdem ist er mit den vier Kindern - fünf, sechs, acht und elf Jahre alt - untergetaucht.

Am Freitag sollen ihre Geschwister noch mit der 31-jährigen Syrerin telefoniert haben. Alles schien normal. Bis Sonntagabend gegen 19 Uhr bei der Polizei ein besorgter Anruf einging. Die Geschwister hatten seit drei Tagen nichts von ihrer Schwester gehört.

Als die Beamten gemeinsam mit der Feuerwehr die Wohnung der Syrerin in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus gewaltsam öffneten, wurde aus der Sorge traurige Gewissheit: Die Frau war mit mehreren Stichen ermordet worden. Neben der Leiche fanden die Beamten zwei Messer.

"Als dringend tatverdächtig gilt der 40-jährige Ehemann der Frau", erklärt Polizeisprecherin Irina Steirer im SN-Gespräch. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach dem Mann, der mit den vier Kindern des Paares seither verschwunden ist. Die Kleinen sind fünf, sechs, acht und elf Jahr alt. Die Frau soll bereits einmal die Scheidung eingereicht - den Antrag dann aber wieder zurückgezogen haben.

Tatverdächtiger offenbar in psychiatrischer Behandlung

Der Verdächtige ist für die Polizei kein Unbekannter. Zwei Mal wurde ein Betretungsverbot gegen ihn ausgesprochen. Nach dem ersten im März schaltete sich auch das Jugendamt ein. Im Sommer kam es zum zweiten Betretungsverbot.

Der Fall lässt erneut eine Debatte über Betretungsverbote aufflammen. Laut Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie wurden im Jahr 2016 insgesamt 8637 Betretungsverbote von der Polizei verhängt (2015: 8261, 2014:8466, 2013: 8307, 2012: 8063). Ein Betretungsverbot gilt vorerst für zwei Wochen. Wenn innerhalb der zweiwöchigen Frist bei Gericht ein Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung gestellt wird, endet das Betretungsverbot erst nach vier Wochen.

Der 40-Jährige dürfte psychisch krank sein. Er sei laut Jugendamt in ambulanter Behandlung gewesen und habe seine Medikamente genommen. Der Verdächtige könnte Österreich dabei bereits verlassen haben, da in der Wohnung des Paares keine Pässe aufgefunden wurden. Polizeisprecherin Steirer: "Die Fahndung läuft international."

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