Österreich

Motiv des Verdächtigen nach Bluttat in Leoben im Dunkeln

Nach der Bluttat Dienstagmittag in Leoben hat sich der Hergang in den ersten Stunden der Ermittlungen etwas besser rekonstruieren lassen: Offenbar war der Enkelsohn, ohne vorher viel mit dem Großvater gesprochen zu haben, auf ihn losgegangen. Ein Handwerker, der zufällig in der Wohnung der Großeltern war, ging dazwischen und rettete damit vielleicht das Leben des Opfers.

Der Verdächtige ist entgegen ersten Informationen der Polizei 25 Jahre alt, der Großvater 71. Der Enkel tauchte gegen 11.45 Uhr bei der Wohnung der Großeltern auf, obwohl sie schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zueinander hatten. Kurz nachdem der 71-Jährige Einlass gewährte, zog der 25-Jährige ein etwa 30 Zentimeter langes Küchenmesser aus dem Hosenbund und attackierte den betagten Mann von hinten. Er stach und schnitt dem Opfer teils tief in den Hinterkopf, den Nacken und den Hals.

Die Ehefrau des 71-Jährigen befand sich zu diesem Zeitpunkt im Schlafzimmer, aber einer von zwei Installateuren, die gerade in der Wohnung Arbeiten verrichteten, bemerkte die Bluttat. Er brachte den 25-Jährigen von hinten zu Boden und fixierte den Verdächtigen zusammen mit dem verletzten Opfer, bis die Polizei eintraf. Die Beamten nahmen den 25-Jährigen dann fest.

Der Verdächtige wurde noch am Dienstag befragt und war grundsätzlich geständig, so die Landespolizeidirektion. Zum Motiv machte er allerdings noch keine Angaben. Der 71-Jährige wurde in das Krankenhaus Leoben gebracht und wurde stationär aufgenommen. Er erlitt schwere Verletzungen. Die Tatwaffe wurde sichergestellt, Spuren müssen noch ausgewertet werden. Die Staatsanwaltschaft Leoben ordnete eine körperliche Untersuchung des Verdächtigen an, um festzustellen, ob er vor der Tat Alkohol oder Suchtgift konsumiert hatte. Dann soll der 25-Jährige in die Justizanstalt Leoben gebracht werden. Ihn erwartet wohl die Untersuchungshaft.

Quelle: APA

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