Österreich

Nach Brand in Kellerlager 350 Kilo Pyrotechnik entdeckt

Fünf Tage nach dem Brand im Kellerlager eines Discounters in Wien-Penzing hat die Polizei am Dienstag 350 Kilogramm Pyrotechnik sichergestellt. Die Feuerwerkskörper waren teilweise bereits angekohlt. Ein 18-Jähriger Angestellter soll das Feuer bereits am 1. Dezember verursacht haben, als er einen Feuerwerkskörper anzündete. Er wurde angezeigt, berichtete die Polizei am Mittwoch.

Nach Brand in Kellerlager 350 Kilo Pyrotechnik entdeckt SN/VRD - Fotolia
Nach Brand in Kellerlager 350 Kilo Pyrotechnik entdeckt

Am 1. Dezember kam es gegen 16.30 Uhr im Keller der Kaufpunkt-Filiale in der Hütteldorfer Straße zum Brand. Wie ein 18-jähriger Angestellter in einer ersten Befragung angab, hat er das Feuer selbst herbeigeführt, indem er unsachgemäß mit einem Feuerwerkskörper hantiert hat. Im hinteren Teil des Lagerraums hatte er eine sogenannte "Laserpistole" angezündet, als diese nicht funktionierte, habe er sie weggelegt. Später habe er dann den Brand bemerkt. Im Lager befanden sich unzählige Regale und Kisten mit tausenden Waren und Verkaufsgegenständen, es war "ein unglaubliches Chaos", sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Zwischen den Billigprodukten waren die pyrotechnischen Sätze und Feuerwerkskörper gelagert.

Der Wiener versuchte noch selbst erfolglos, das Feuer selbst mit Wasserkübeln zu bekämpfen. Die Berufsfeuerwehr Wien benötigte dann mehrere Stunden, um den Brand zu löschen. Immer wieder entstanden neue Glutnester, auch am Folgetag mussten Nachlöscharbeiten durchgeführt werden. Die Feuerwerkskörper explodierten glücklicherweise nicht, verletzt wurde auch niemand.

Brandermittler des Landeskriminalamtes Wien konnten aufgrund der Schadstoffbelastung erst Dienstagfrüh den Keller betreten. Mitarbeiter des Entschärfungsdienstes transportierten das gefährliche pyrotechnische Material in einem Spezialfahrzeug nach Niederösterreich. Die 350 Kilogramm Pyrotechnik sind chinesische Fabrikate, die illegal nach Österreich importiert wurden. "Sie waren ohne behördliche Genehmigung in dem Kellerabteil gelagert worden", sagte Eidenberger.

Der 18-Jährige wurde wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst angezeigt. In einer Einvernahme gab er an, nicht zu wissen, woher die Pyrtechnik stamme. Der Geschäftsführer der Kaufpunkt-Filiale, ein 24-jähriger Wiener, befindet sich derzeit im Ausland. "Sein Rückkehrzeitpunkt ist nicht bekannt", berichtete Eidenberger. Der Polizeisprecher warnte in diesem Zusammenhang vor unsachgemäßem Umgang mit Feuerwerkskörpern. "Insbesondere im Ausland erworbene, minderwertige Knallkörper ohne dem CE-Kennzeichen sind oft unberechenbar und deshalb als extrem gefährlich einzustufen", sagte Eidenberger.

Quelle: APA

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