Österreich

Netzbetreiber: Elektrische Uhren zeigen bald wieder richtige Zeit an

Radiowecker und Mikrowellen-Uhren in Europa dürften schon bald wieder die richtige Zeit anzeigen. Die Chronometer waren wochenlang der richtigen Zeit hinterhergehinkt.

Wie der serbische Netzbetreiber Elektromreza Srbije (EMS) am Donnerstag mitteilte, halte das Kosovo die vereinbarten Standards seit dem 3. März wieder ein.

Ein politischer Streit zwischen dem Kosovo und Serbien hat wochenlang zu einer Unterversorgung im Stromnetz geführt - und folglich dazu, dass einfache Uhren etwa in Herden oder Mikrowellen bis zu sechs Minuten nachgehen.

Auf internationalen Druck gleiche der Netzbetreiber des Kosowo KOSTT nun auftretende Schwankungen vereinbarungsgemäß wieder aus, schrieb EMS.

Seit Mitte Jänner habe der Netzbetreiber KOSTT sich nicht mehr an die gemeinsamen Standards für die europäischen Übertragungsnetze gehalten, hieß es. Damit wird sichergestellt, dass die Frequenz konstant auf 50 Hertz gehalten wird. Einfache Synchronuhren nutzen diese Frequenz als Taktgeber - bei großen Schwankungen gehen sie vor oder nach. Betroffen waren insgesamt 25 Länder in Europa, darunter auch Österreich.

So kam es zu den falschen Zeitangaben

Viele am Stromnetz hängende Uhren in Mitteleuropa sind bis zu mehrere Minuten nachgegangen. Das berichtet das deutsche Technologieportal "Heise Online". Solche Uhren nutzen häufig die ständig leicht schwankende Frequenz der Netzspannung als Taktgeber. Die Netzfrequenz sei zuletzt jedoch oft deutlich unter den nominellen 50 Hertz gelegen.

Der Grund: Ein Streit zwischen dem Kosovo und Serbien samt damit verbundenen Stromliefer-Ausfällen soll der Auslöser dafür sein, dass viele Radiowecker und Uhren in Mikrowellen und Elektroherden seit Wochen bis zu sechs Minuten nachgehen. Betroffen seien 25 Länder in Europa, auch Österreich, wie der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E angab.

Eine politische Unstimmigkeit zwischen dem Kosovo und Serbien habe zu Frequenz-Abweichungen und einer Unterversorgung im Stromnetz geführt, hieß es. Die ENTSO-E mahnte eine schnelle Lösung auch auf politischer Ebene an. Andernfalls könne ein Abweichungsrisiko bestehen bleiben.

Schwankungen steuern die Uhren

Einfache Radiowecker und Küchenuhren nutzen minimale Abweichungen der konstanten Netzfrequenz für die Berechnung der Zeitanzeige. Diese liegt in Europa traditionell bei fast genau 50 Hertz. Stärkere Frequenzabweichungen etwa durch höheren oder geringeren Stromverbrauch gleichen die Versorger durch höhere Einspeisung aus.

So schwankt die Frequenz in der Regel nur um ein paar Hundertstel Hertz, was den Uhren als Taktgeber ausreicht. Das bildet die Zeitbasis für netzsynchronisierte Uhren wie in Radioweckern oder Elektroherden und ist laut dem Bericht billiger als zusätzlich einen frequenzstabilen Quarzoszillator einzubauen.
Ende vergangener Woche hatte bereits das Technologie-Magazin "Heise Online" über die falschen Zeitanzeigen berichtet - und als Grund etwa den hohen Strompreis vermutet.

Andere Spekulationen betrafen die Kältewelle, die uns vor kurzem Temperaturen im zweistelligen Minusbereich beschert hatten.

Doch die Minusgrade selbst sollen nicht die Ursache der gebremst laufenden Elektrouhren sein (das wäre ja sonst jeden Winter der Fall).

Ein Lieferant lieferte nicht

Laut Verband der Europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E "sei die fehlende Energieeinspeisung eines Lieferanten in das europäische Verbundnetz" schuld an jenem Umstand, der Uhren an Elektroherden oder Mikrowellenherden oder am Stromnetz hängende Wecker usw. beeinträchtigt. ENTSO-E teilt aber zunächst nicht mit, wer der säumige Lieferant ist.

Die Produzenten halten die Frequenz im mitteleuropäischen Stromnetz im Mittel ziemlich genau bei 50 Hertz, erläutert "Heise Online". Abhängig unter anderem von der Tageszeit schwanke die abgenommene Energie.

Es geht um 50 Hertz

Am 28. Februar lag die Netzfrequenz oft ein gutes Stück unter den nominellen 50 Hertz, hieß es weiter. Laut dem Schweizer Versorger Swissgrid betrug die aufgelaufene Abweichung der Netzzeit am Freitag mehr als fünf Minuten.

Besserung ist nicht eingetreten: Ein SN-Lokalaugenschein im eigenen Salzburger Umfeld am Dienstag (6. März) zeigte sieben Minuten Unterschied.

Die europäischen Energiedienstleister arbeiten daran, den gewohnten Zustand wiederherzustellen. Möglicherweise holen die gebremsten Elektrouhren dann ja wieder auf.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.09.2018 um 08:37 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/netzbetreiber-elektrische-uhren-zeigen-bald-wieder-richtige-zeit-an-25054480

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