Österreich

Neuschnee bringt teils große Lawinengefahr mit sich

Der Neuschnee hat die Lawinengefahr in einigen Teilen Tirols und Salzburgs am Mittwoch ansteigen lassen. Die Experten des Lawinenwarndienstes stuften die Gefahr als "groß" ein, also Stufe vier der fünfteiligen Skala. Mit dem Schneefall steige die Auslösebereitschaft von trockenen Lawinen besonders oberhalb der Waldgrenze. Die Verhältnisse seien kritisch, hieß es.

Die Verhältnisse sind kritisch SN/APA/EXPA/ JOHANN GRODER
Die Verhältnisse sind kritisch

Die Hauptgefahr gehe von frischem und älterem Triebschnee aus. Besonders dort, wo der Wind stürmisch ist, ist die Lawinengefahr höher. Die Anzahl und die Größe der Gefahrenstellen nehme im Tagesverlauf noch zu. Die spröden Treibschneeansammlungen werden teilweise überschneit und damit schwierig zu erkennen, warnten die Experten.

Schon einzelne Wintersportler könnten sehr leicht Lawinen auslösen - auch gefährlich große, hieß es. Zudem sind auch spontane Lawinen und immer noch einzelne Gleitschneelawinen möglich. Am Mittwoch wurden noch 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee erwartet, lokal auch mehr. Mit dem Ende der Schneefälle wird auch die spontane Lawinenaktivität allmählich wieder abnehmen. Die Verhältnisse für Touren und zum Freeriden bleiben aber kritisch, teilte der Lawinenwarndienst mit.

In Salzburg sorgten der ergiebige Schneefall und der starke Wind in den Nordalpen ab der Waldgrenze aufwärts ebenfalls für große Lawinengefahr (Stufe vier). In den Hohen und Niederen Tauern, in der Osterhorngruppe und den inneralpinen Grasbergen bestand erhebliche (Stufe drei) und in den Nockbergen mäßige Lawinengefahr (Stufe zwei).

Die Bergrettung Salzburg appellierte an Wintersportler um Zurückhaltung im freien Gelände am Donnerstag. "Der ergiebige Schneefall mit Sturm am Dienstag und Mittwoch brachte eine heikle Lawinensituation. Wir befürchten, dass die gute Wettersituation und der Neuschnee in den kommenden Tagen die Wintersportler zu Tiefschneeabfahrten abseits der Pisten verlocken", erklärte Bergrettungssprecherin Maria Riedler. In bestimmten Gebieten herrsche eine heikle Triebschneesituation, die besonders viel Erfahrung in der Lawinenbeurteilung erfordere. "Wir raten zu defensivem Verhalten und im besten Fall auf Verzicht riskanter Abfahrten. Dazu bitten wir um gute Tourenplanung und das Einholen des aktuellen Lawinenlageberichts.

In den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich wurde die Lawinengefahr am Mittwoch mit Stufe drei bewertet. Der Warndienst schätzte das Risiko damit erneut als "erheblich" ein. Stürmischer Wind kann dem Lagebericht zufolge immer wieder Schneeverfrachtungen hervorrufen. Leichte Entspannung wurde für Donnerstag angekündigt. In der Rax-Schneeberg-Gruppe galt am Mittwoch wie schon am Vortag Warnstufe zwei ("mäßig"). In den weiteren höhergelegenen Teilen des Bundeslandes wurde die Gefahr als gering angesehen.

Quelle: APA

Aufgerufen am 25.09.2020 um 12:52 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/neuschnee-bringt-teils-grosse-lawinengefahr-mit-sich-83020087

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