Österreich

"Ochs und Esel": Andreas Gabalier verspottet Wiener Medien

Andreas Gabalier ist immer für einen Aufreger oder einen Tritt ins Fettnäpfchen gut. Beim Konzert am Samstagabend machte er sich über "Falter" und "Standard" lustig. Mit einem Facebook-Video über "Ochs und Esel", die den "Heiligen Andreas" nicht verstehen würden, legte er dann noch eins nach.

Andreas Gabalier bei seinem Konzert in Salzburg am 13. Dezember 2018.  SN/Franz Neumayr
Andreas Gabalier bei seinem Konzert in Salzburg am 13. Dezember 2018.

Nach seinem erfolgreichen Konzert am Samstagabend wollte Gabalier eigentlich in die verdiente Weihnachtspause gehen. Doch mit seinen Sagern in der Wiener Stadthalle über "Standard" und "Falter" brachte er Steine ins Rollen. Vor 14.500 Besuchern sagte er nach einem Bericht des "Kurier", Redakteure der genannten Zeitungen seien "undercover in der Halle", um "verheerende Geschichten" über ihn zu schreiben. Die Blätter würden Presseförderung "in Millionenhöhe" bekommen, "um diesen Quargel abzudrucken". Und weiter, die Chefredakteure der genannten Medien würden nichts von Traditionen und christlichen Festen halten, also hätten sie vielleicht am 24. Dezember nichts zu tun, aber in der steirischen Krippe würden eh noch "Ochs und Esel" fehlen.

In einem Video auf Facebook legte Andreas Gabalier dann am Sonntag noch einmal nach: Er erzählt im Weihnachtsmannkostüm eine "Weihnachtsgeschichte aus Wien" vor einer traditionellen Krippe mit Holzfiguren. "Ochs und Esel" würden "in der großen österreichischen Krippe ja keine Rolle spielen", dennoch hätten sie "viel gekostet". Hingegen sei der Heilige Andreas mit seinen Liedern ein gefragter Mann, Menschen aus Hamburg oder dem Berner Oberland würden kommen, um ihn zu hören. "Es wird gesungen und getanzt", aber das "können Ochs und Esel nicht verstehen". Am Schluss sagt er dann in dem Video, der heilige Andreas mache keine Politik, sondern er singe einfach Lieder, es gehe ihm um "das Land und die Leit' und das Verlangen nach Herzlichkeit".

Falter-Chefredakteur Florian Klenk hat mit einer Gegeneinladung für Andreas Gabalier reagiert und sich anschließend auch noch mit der Rolle von Ochs und Esel in der Krippe beschäftigt, die kurz zusammengefasst eigentlich eine ehrenwerte ist. Klenk sagte am Dienstag, "bis jetzt hat Gabalier noch nicht reagiert, aber wir hoffen auf das Weihnachtswunder". Zu ernst würden sie das Ganze nicht nehmen, auch wenn die Behauptung mit der Presseförderung in Millionenhöhe schlichtweg nicht stimme. "Das ist einfach falsch. Da kann er nur den Boulevard gemeint haben, ich glaube, er verwechselt uns mit einem Kleinformat." In der Weihnachtsausgabe vom Falter, die am Mittwoch erscheint, werde Gabalier in "Best of Böse" auftauchen, wie Florian Klenk ankündigt. "Allerdings nicht auf den Spitzenplätzen, es ist nicht so leicht, dort hinzukommen."

Der Hintergrund für das Verspotten von "Standard" und "Falter" dürfte sein, dass Andreas Gabalier sich speziell von diesen Medien nicht verstanden oder angenommen fühlt. Eine Interviewanfrage der SN zum Thema lehnte seine Agentur mit der Begründung ab, es werde vor Weihnachten keine Interviews mehr geben.

Gabalier sang Bundeshymne ohne Töchter

Auch vor ein paar Jahren füllte Gabalier die Schlagzeilen. 2014 fühlten sich einige provoziert, weil der Musiker bei einem Auftritt im steirischen Spielberg die Bundeshymne nicht in der neuen geschlechtergerechten Fassung gesungen hatte. Seit 2012 heißt es "Heimat großer Töchter und Söhne" und nicht mehr "Heimat großer Söhne". Die damalige Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gab ihm damals via Facebook "Lernnachhilfe" - und erntete einen Shitstorm.

Aufgerufen am 19.10.2019 um 04:41 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/ochs-und-esel-andreas-gabalier-verspottet-wiener-medien-62713444

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