Österreich

Österreich: Rückgang bei aktiven Corona-Erkrankungen um 3,4 Prozent

12.519 Covid-19-Erkrankungen sind bis Dienstagnachmittag (Stand 15.00 Uhr) in Österreich bekannt gewesen. "Der Kurs stimmt auch heute", so Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zur Zunahme von 2,56 Prozent zum Vortag. "Vor ein paar Wochen lagen die Zuwachsraten bei über 40 Prozent, in den vergangen Tagen liegen sie konstant im unteren einstelligen Prozentbereich", betonte Anschober.

Anschober sprach von "großem Erfolg" SN/APA (Archiv)/HELMUT FOHRINGER
Anschober sprach von "großem Erfolg"

Der Minister bezeichnete die aktuellen Werte als "großen Erfolg". Den vierten Tag in Folge gab es mehr Neugenesene als Neuinfizierte: Mit Stand 10.30 Uhr war die Zahl der neuen Fälle laut den Daten des Innenministeriums um 314 gestiegen. Die Zahl der Neugenesenen stieg hingegen um 583. 243 Patienten sind bisher an oder mit Covid-19 gestorben.

Anschober appellierte an die Bürger, auch zu den Osterfeiertagen konsequent zu sein. "Jetzt müssen wir beharrlich an den Maßnahmen festhalten, um diese positive Entwicklung keinesfalls zu gefährden. Mein dringender Appell ist, auf Osterfeiern zu verzichten, Abstand zu halten und den eingeschlagenen Weg entschlossen weiterzugehen", betonte der Gesundheitsminister.

Am 14. April beginne die zweite große Herausforderung. "Die schrittweise Öffnung ab kommenden Dienstag wird um ein Vielfaches schwieriger. Schrittweise Normalisierung des Gesellschaftslebens und keine drastische Ausweitung der Pandemie in Österreich - das wird enorm herausfordernd. Daher konsequent die Grundregeln beibehalten: Mindestdistanz wahren, räumliche Distanzierung und mit den klaren Ausnahmemöglichkeiten zuhause bleiben", appellierte Anschober.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) fordert unterdessen eine Maskenpflicht für Ärzte und Pflegepersonal. "Angehörige des Gesundheitswesens können als Multiplikatoren gelten, und die könnten die Patienten anstecken", warnte Kammerpräsident Thomas Szekeres. "Dass die Maskenpflicht neben den Supermärkten nun auch künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, aber der Gesundheitsbereich weiterhin ausgespart wird, ist nicht nachvollziehbar", betonte Harald Mayer, ÖÄK-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte.

Etliche Zivildiener, deren Dienst Ende März ausgelaufen wäre und die aufgrund der Corona-Krise bis zum Juni verlängert worden sind, fühlen sich unfair behandelt. Mehr als 100 von ihnen wollen eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof einbringen, weil sie deutlich weniger verdienen als jene rund 3.500 außerordentlichen Zivildiener, die einem Aufruf der Bundesregierung gefolgt sind.

Gleichzeitig mit dem schrittweisen Hochfahren der Geschäfte bieten die Wiener Linien nach Ostern wieder einen etwas dichteren Takt an. Ab Dienstag werden U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen analog zum Ferienfahrplan eines Wochentags unterwegs sein. Piktogramme werden auf die neue Maskenpflicht in Öffis hinweisen.

Auch die Stadt Salzburg will ab kommendem Dienstag die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie schrittweise zurücknehmen. Parks und Kinderspielplätze werden dann geöffnet. Auch die Bauernmärkte am Universitätsplatz, Kajetanerplatz und in Lehen finden ab 14. April wieder statt. Beim Wochenmarkt Schranne will die Stadt noch zuwarten.

Die Einführung der Maskenpflicht beim Einkaufen funktioniert recht gut, wie ein Rundruf der APA bei den Handelsketten ergab. Der Mund-Nasen-Schutz, den diese bereitstellen, bleibt vorerst gratis, außer bei Rewe: In den Billa-, Merkur-, Penny-, Bipa- und Adeg-Märkten wird dafür ein Euro pro Stück kassiert.

Ein 95-jähriger Patient überstand unterdessen nach rund drei Wochen Aufenthalt in der Innsbrucker Klinik eine Corona-Infektion. Er konnte gesund entlassen werden. "Es ist ein wunderbares Zeichen, dass man diese Erkrankung auch im hohen Alter überleben kann", sagte Rosa Bellmann-Weiler, leitende Oberärztin an der Infektiologie.

Der Blog zur Coronavirus-Krise:

Quelle: APA

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