Österreich

Österreicher hätten gerne verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse

Die Österreicher sind sich der Bedeutung von Erster Hilfe bewusst: 69 Prozent haben sich in einer aktuellen Integral-Umfrage dafür ausgesprochen, dass der regelmäßige Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses verpflichtend sein sollte. Etwas mehr als die Hälfte der Österreicher kam bereits in die Situation, in einem Notfall helfen zu müssen.

Österreicher hätten gerne verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse SN/APA (Archiv)/HELMUT FOHRINGER
Erste Hilfe sollte bereits in der Schule vermittelt werden.

In den meisten Fällen wurde die Rettung alarmiert (44 Prozent) oder Hilfe aus der Nähe geholt (17 Prozent). Jeweils acht Prozent haben lebensbedrohliche Blutungen gestillt bzw. Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt. Immerhin hat fast ein Viertel (22 Prozent) - vorwiegend Männer - selbst schon einen Patienten in die stabile Seitenlage gebracht.

Neun von zehn der Befragten haben zwar schon einmal einen Erste-Hilfe-Kurs besucht, allerdings liegt bei 55 Prozent davon der Kurs fünf Jahre oder gar noch länger zurück. Wie lange die letzte Auffrischung der Notfallkenntnisse her ist, hängt klar mit dem Alter zusammen. Meist ist das Thema nach dem erfolgreichen Erwerb des Führerscheins ad acta gelegt. Das Rote Kreuz empfiehlt Erwachsenen ihr Erste-Hilfe-Wissen alle fünf Jahre aufzufrischen.

"Erste Hilfe sollte bereits in der Schule obligatorisch und regelmäßig vermittelt werden. Außerdem sollten für Autofahrer Auffrischungskurse verpflichtend eingeführt werden", forderte Johannes Bucher, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe. "Die meisten Österreicher sind nicht mehr am aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse und sie sind aus der Übung. Studien belegen, dass etwa bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die rasche Hilfe durch einen Ersthelfer die Überlebenschance drastisch erhöht. Gerade bei der Ersten Hilfe ist es wichtig, dass die lebensrettenden Handgriffe im Notfall sofort abrufbar sind und leicht von der Hand gehen", erläuterte auch Johanniter-Chefärztin Gabriele Lerche.

45 Prozent der Befragten haben Angst, selbst in eine Notsituation zu geraten. Dennoch vertraut die Mehrheit (92 Prozent) darauf, im Ernstfall in Österreich gut versorgt zu werden. Auch wenn sich die Erste-Hilfe-Kenntnisse bei vier von zehn Befragten in Grenzen halten - sie trauen sich eher nicht oder überhaupt nicht zu, Notfallmaßnahmen zu setzen. Personen zwischen 40 und 49 Jahren, Männer und Höhergebildete schätzen ihre Erste-Hilfe-Kompetenz als überdurchschnittlich gut ein. Dies gilt auch für Personen, die selbst bereits einmal einen Ersthelfer benötigt haben.

Fast alle (98 Prozent) der Österreicher zwischen 14 und 69 Jahren kennen den Ergebnissen der Umfrage zufolge einen Defibrillator. Nahezu drei Viertel trauen sich auch dessen Anwendung zu. Das sind die Ergebnisse einer im August 2016 durchgeführten repräsentativen Online-Umfrage des Markt- und Meinungsforschungs- Institutes Integral unter rund 2.000 Probanden im Alter von 14 bis 69 Jahren.

Quelle: APA

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