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Parkpickerl in Wien Währing ab 5. September Pflicht

Mit Montag, dem 5. September, tritt in Wien-Währing das Parkpickerl in Kraft. Wer dann im 18. Gemeindebezirk sein Fahrzeug ohne Aufkleber oder Kurzparkschein abstellt, muss mit einer Strafe rechnen. Die Nachfrage nach dem Pickerl ist rege: Mit Beginn dieser Woche haben bereits 4.600 Bewohner Anträge gestellt, berichtete Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) der APA.

Parkpickerl in Wien Währing ab 5. September Pflicht SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Währing ist der 16. Bezirk mit Parkpickerl.

Davon hätten bereits mehr als 4.000 die Berechtigung erhalten, führte die Chefin des 18. Bezirks weiter aus. "Diese Zahlen und auch die gute Annahme des Online-Antrags zeigen, dass die Informationsmaßnahmen greifen und viele die Möglichkeit nutzen, sich ihr Parkpickerl frühzeitig zu besorgen." Damit sei alles vorbereitet, dass der Start am 5. September gut funktioniere und "Währing tatsächlich vom ersten Tag an aufatmen kann".

Mit Währing haben inzwischen 16 Bezirke Pickerlpflicht. Ab 5. September wird der 18. Bezirk flächendeckend von Montag bis Freitag zwischen 9.00 bis 19.00 Uhr zur Kurzparkzone. Ausgenommen sind ausgewiesene Geschäftsstraßen, wo das Parken von 8.00 bis 18.00 Uhr unter der Woche und am Samstag von 9.00 bis 12.00 Uhr gebührenpflichtig wird. Das Parken mit Parkschein wird auf maximal drei bzw. 1,5 Stunden auf Geschäftsstraßen begrenzt.

Premiere hat für die Währinger nicht nur die Parkraumbewirtschaftung - sie sind auch von Anfang an Besitzer des neuen, elektronischen Parkpickerls. Denn ab 1. September wird der Kleber mit integriertem Chip bei Neuanträgen in Wien immer vergeben. Die Probephase im 4. und 5. Bezirk, die im November 2015 gestartet worden war, habe gut funktioniert, berichtete Parkpickerlkoordinator Leopold Bubak im APA-Gespräch.

Die Neuerung macht das regelmäßige Abkratzen des Klebers von der Windschutzscheibe obsolet, da der Chip immer wieder verlängert werden kann. Die herkömmlichen Pickerl behalten bis zu ihrem jeweiligen Ablauf ihre Gültigkeit. Wenn gewünscht, kann man aber auch schon vorher kostenfrei auf die elektronische Variante umsteigen, so Bubak.

Das Parkpickerl kann online bzw. im Bezirksamt beantragt werden. Die Genehmigung kann für mindestens drei Monate und maximal zwei Jahre beantragt werden. Die Kosten belaufen sich auf 90 Euro pro Jahr, dazu kommen die Gebühren für den Antrag.

Das Thema "Parkraumbewirtschaftung" ist in Währing immer wieder heftig debattiert worden. 1995 wurde eine entsprechende Regelung im Nachbarbezirk Alsergrund eingeführt. Als Hernals 2012 nachzog, verlagerte sich der Verkehr in den 18. Bezirk. Der damalige Bezirksvorsteher Karl Homole (ÖVP) blieb jedoch ein Pickerl-Gegner, wobei er sich auch auf zwei von ihm durchgeführte Anrainerbefragungen stützte.

Bei der ersten Abstimmung 2012 votierten zwei Drittel der teilnehmenden Anrainer gegen die Einführung, ein knappes Jahr später nur mehr 56 Prozent. Bei der Wien-Wahl im Oktober 2015 erhielten die Grünen in Währing die Mehrheit und stellen nun mit Nossek die Bezirksvorsteherin. Diese tat bereits im Wahlkampf kund, bei einem Sieg das flächendeckende Parkpickerl einzuführen - was nun geschieht.

Der nächste Parkpickerl-Bezirk folgt bereits in einem Jahr. In Favoriten kommt die Gebührenpflicht mit Herbst 2017. Döbling, Hietzing und Simmering wollen Anfang nächsten Jahres die Bewohner befragen, wie ein APA-Rundruf ergab. Liesing wartet vorerst noch ab.

In Favoriten kommt das Parkpickerl zeitgleich mit der Verlängerung der U-Bahnlinie U1 vom Reumannplatz bis Oberlaa. Der Entschluss pro Pickerl fiel im Juni mit hauchdünner Mehrheit im Bezirksparlament. "Ende August finden die ersten Besprechungen statt", berichtete der stellvertretende Bezirksvorsteher Josef Kaindl (SPÖ).

In manchen Teilen des Zehnten - zum Beispiel Oberlaa und Inner-Favoriten - sei der Druck seitens der Bevölkerung besonders hoch: "Es rufen schon Leute an und fragen, ob sie sich für das Parkpickerl anmelden können." Weiters werden Gespräche mit den großem Unternehmen geführt, um Lösungen für deren - mit den Pkw aus dem Umland anreisenden - Mitarbeiter zu finden, kündigte der Bezirks-Vize an. "Nur Pendler sekkieren, ohne Alternativen anzubieten, das geht auch nicht."

In Döbling wird unterdessen - wie schon seit längerem - weiter über das Parkpickerl nachgedacht. Bezirksvorsteher Adi Tiller (ÖVP) kündigte Ende 2015 zunächst die Einführung an, im Februar 2016 kam dann doch eine Absage. In der Sitzung der Verkehrskommission votierten damals ÖVP, FPÖ und NEOS dagegen. Der Bezirks-Chef stellte nun in Aussicht, "Ende Jänner, Anfang Februar 2017" die Bürger diesbezüglich abstimmen zu lassen. Im 19. Bezirk gebe es Gegenden, wie Heiligenstadt, die überparkt seien, in anderen Arealen stelle dies kein Problem dar. Das Ergebnis sei bindend, versprach er: "Wenn sie es (das Parkpickerl, Anm.) wünschen, werden sie es auch bekommen."

Ebenfalls dem Bürgerwillen will sich der Vorsteher des 11. Bezirks, Paul Stadler (FPÖ), fügen. Denn auch er lässt Anfang 2017 die Simmeringer über das Parkpickerl abstimmen. Konkret sollen dann "mehrere Ideen" abgefragt werden - darunter die flächendeckende oder nur die teilweise Einführung. Wobei Stadler darauf hinwies, dass es nicht in allen Teilen des Bezirks Parkplatzprobleme gebe - diese bestünden vorrangig in der Nähe der Stationen der U-Bahnlinie U3.

Und auch ein dritter Bezirk will Anfang 2017 die Bevölkerung befragen: Hietzing. Ein genaues Datum und welche Bewohner mitstimmen dürfen, stehe noch fest, sagte Vorsteherin Silke Kobald (ÖVP). Fix sei jedenfalls: "Die Gebiete entlang der U-Bahnlinie U4 und das Zentrum Hietzing sind schon sehr überparkt." Hier gebe es einen gewissen Leidensdruck. Eine flächendeckende Einführung im 13. Bezirk steht laut Bezirkschefin derzeit aber nicht zur Debatte.

In Liesing ist die Einführung des Parkpickerls hingegen "aktuell kein Thema", sagte Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SPÖ) der APA. Aber: Man werde sich anschauen müssen, wie sich die Einführung in Favoriten auswirke - "bevor man nachdenkt, ob es Sinn macht". Denn, so stellte er klar: "Da gibt es noch viele Fragezeichen." Weiterhin kein Thema ist die Einführung des Parkpickerls hingegen in Floridsdorf und in der Donaustadt.

Quelle: APA

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