Österreich

Prozess gegen steirischen Arzt auf 7. Mai vertagt

Im Grazer Straflandesgericht ist am Dienstagabend der Prozess gegen einen steirischen Arzt vertagt worden. Fortgesetzt wird am 7. Mai, dann soll die gerichtliche Sachverständige Adelheid Kastner zu Wort kommen, außerdem sind weitere Zeugen geladen. Ein Urteil wurde für 16. Mai in Aussicht gestellt.

Neuauflage des Prozesses seit Ende Februar im Gange SN/APA (Symbolbild)/GEORG HOCHMUTH
Neuauflage des Prozesses seit Ende Februar im Gange

Der fünfte Verhandlungstag verlief sehr emotional, es waren unter anderm eine Ex-Freundin des Angeklagten und deren Mutter als Zeuginnen geladen. Beide fühlten sich von Gericht und Staatsanwaltschaft schlecht behandelt und wurden mitunter lauter. Richter Oliver Graf griff immer wieder beruhigend ein und verhinderte, dass die Situation eskalierte.

Der psychiatrische Sachverständige Walter Wagner kam am Dienstag ebenfalls zu Wort. Er hatte die vier Kinder des Angeklagten untersucht. Er bescheinigte ihnen zwar Dauerschäden durch die Quälereien des Vaters, diese würden aber "keine tief greifende Beeinträchtigung der Lebensführung" darstellen, meinte der Gutachter.

Wagner meinte in Hinblick auf den Sohn des Angeklagten, dass man von schweren Dauerbeeinträchtigungen nicht sprechen könne. Die "ständigen Drohungen und Beleidigungen" hätten zwar zu einer Angststörung geführt, was aber "keine tief greifende Beeinträchtigung seiner Lebensführung" bedeute. "Die Selbstverletzungen von Eltern mit anzusehen ist irritierend und macht Angst", führte der Gutachter weiter aus.

Bei der ältesten Tochter diagnostizierte Wagner eine "dysthyme Störung", eine chronisch depressive Stimmung. Auf Nachfrage des Richters erklärte der Gutachter, dies seien "chronische Grantler, die mehr schlechte als gute Tage haben und ihres Lebens nicht sehr froh werden". Sie habe sich allerdings bald vom Vater lösen können, "sie hatte nicht das Gefühl, sie muss ihn retten", sagte Wagner.

Die Kinder verlangen jeweils 50.000 Euro von ihrem Vater, außerdem soll er für alle Schäden aufkommen, die aus seinem Verhalten später noch entstehen könnten. Der Angeklagte lehnte diese Forderungen ab.

Da die Anwälte immer wieder neue Anträge stellen, könnte sich das Urteil noch verschieben. Geplant ist es aber für 16. Mai.

Quelle: APA

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