Österreich

Raser wollte "gewaschenes Auto durch Fahrtwind trocknen"

Ein Raser in Kirchdorf (Bezirk Kitzbühel) hatte eine kuriose Begründung parat, als die Polizei ihn am Samstagnachmittag erwischte. Er ist nur einer von vielen Temposündern, die mit einfallsreichen Ausreden einer Strafe entkommen wollen. Fünf Beispiele zum Schmunzeln.

Polizist bei Geschwindigkeitsmessung (Symbolbild). SN/APA/BARBARA GINDL
Polizist bei Geschwindigkeitsmessung (Symbolbild).

Er habe sein Auto gerade gewaschen und wollte es durch den Fahrtwind nur trocknen, gab der Raser in Kirchdorf nach Angaben der Beamten an. Der Mann hätte auf der Straße nur 60 Kilometer pro Stunde fahren dürfen, war aber mit 118 km/h unterwegs.

"Das Auto war tatsächlich nass", sagte Dietmar Steiner von der Polizeidienststelle Erpfendorf am Sonntag. "Aber es war schönster Sonnenschein, das Auto wäre auch so getrocknet."

Der 27-Jährige durfte zunächst weiterfahren, aber die Polizei erstattete Anzeige bei der Verwaltungsbehörde. Der Mann müsse mit einer Buße und einem Führerscheinentzug für 14 Tage rechnen, sagte Steiner.

Seine Kollegen im Bezirk Reutte hatten es am selben Tag übrigens auch mit einem krassen Fall von Tempoüberschreitung in Kombination mit dreister Ausrede zu tun: In Musau war ein 18-jähriger Probeführerschein-Inhaber mit einem Pkw im Ortsgebiet mit 121 km/h unterwegs (Limit: Tempo 50). Dem Mann wurde der Probeführerschein vorläufig abgenommen. Der 18-Jährige meinte zu dem Sachverhalt, dass die Beamten ihn nicht richtig gemessen hätten.

Fünf kuriose Raser-Ausreden aus aller Welt

1. "Die Schilder waren nicht beleuchtet": Im deutschen Bundesland Hessen schob ein Raser die Schuld auf die Verkehrsschilder: "Die Schilder waren unbeleuchtet. Sie tauchen aus dem Dunkeln auf, um dann sofort wieder zu verschwinden! Wie lange sind sie erkennbar? Eine Sekunde? Oder zwei Sekunden?". Mit diesen Worten erhob der Mann schriftlich Einspruch gegen seinen Bußgeldbescheid - ohne Erfolg, versteht sich.

2. "Ich habe ein Ufo gesehen": Die Polizei der englischen Grafschaft Northumbria hat die skurrilsten Ausreden der Temposünder gesammelt. Auf Platz Eins findet sich eine überirdische Begegnung: "Ich sah die blinkenden Lichter eines UFOs in der Ferne, welche mich in eine Trance versetzten. Der Blitz der Radarfalle erweckte mich daraus."

3. "Das war nicht ich, das war ein Flugzeug": Ebenfalls in England versuchte ein Raser die Schuld auf ein Flugzeug zu schieben: "Ein Flugzeug hat die Radarfalle ausgelöst, nicht ich. Ich fuhr nämlich entlang der Anflugschneise des Flughafens."

4. "Hier stand noch nie ein Radar": In Nordhessen in Deutschland wurde Ende Februar ein Autofahrer fünf mal an einem Tag geblitzt. Nachdem er die Strafzettel mit der Post bekommen hatte, erschien er persönlich beim Ordnungsamt. Wie die Beamten später berichteten, habe er die Temposünden nicht leugnen wollen, sich aber über den Standort der Geschwindigkeitskontrolle beschwert. An jener Stelle habe es noch nie ein Radar gegeben, sagte er verwundert. Warum der Mann so oft in die Radarfalle geraten war, blieb unklar.

5. "Erst muss ich die Führerscheinprüfung bestehen": Nachdem die Polizei mitten in Berlin einen Raser mit 90 km/h gestoppt hatte, bat der 31-jährige Temposünder die Beamten um einen besonderen Gefallen: Ob das zu verhängende Fahrverbot Zeit habe, bis er die Führerscheinprüfung bestanden habe, fragte er die verdutzten Beamten. Derzeit nehme er noch Fahrstunden und besitze keine Fahrerlaubnis.

Manchen Autofahrern scheint die Polizei wiederum nicht streng genug zu sein: Im September 2009 war ein 19-jähriger Probeführerscheinbesitzer aus Wels in Oberösterreich mit einem selbst montierten Blaulicht auf der Windschutzscheibe unterwegs. Er war auf der Jagd nach Temposündern - bis er selbst von der Polizei angehalten und befragt wurde. Er gab an, er fühle sich von anderen Verkehrsteilnehmern immer wieder genötigt und wolle Temposünder daher mit seinem Blaulicht zu einer vernünftigen Fahrweise auffordern. Die Exekutive zeigte sich von diesem Beitrag zur Verkehrssicherheit allerdings unbeeindruckt und erstattete Anzeige gegen den Führerscheinneuling.

Wie du mir, so ich dir: Keine Ausrede, dafür Rache kassierte ein Beamter im englischen Kent. Unmittelbar nachdem er einen Raser angehalten hatte, drückte er selbst zu stark aufs Gaspedal. Der Raser rief daraufhin bei der Polizeidienststelle an. Der Polizist wurde angezeigt.

Aufgerufen am 16.12.2019 um 02:05 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/raser-wollte-gewaschenes-auto-durch-fahrtwind-trocknen-68434105

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