Österreich

Raumanzug in Tirol auf Mars-Tauglichkeit getestet

Die Experten des Österreichischen Weltraumforums (ÖWF) haben am Dienstag in Innsbruck die Funktionsfähigkeit eines Raumanzugs einem "Mars-Tauglichkeits-Test" unterzogen. Dieser wurde durch die Annäherung an eine Tesla-Spule vollzogen. Die verursachten statischen Blitzentladungen sind dazu in der Lage, elektrische Leitungen im Anzug statisch aufzuladen und somit unbrauchbar zu machen.

Beim nachmittäglichen Test in der Tiroler Landeshauptstadt ging aber alles gut. Dabei ereignete sich auf einer Terrasse des ÖWF inmitten einer ganz normalen Wohnsiedlung wahrlich "Außerirdisches". Dort stellte man kurzerhand eine Tesla-Spule auf. Diese sei von einem ÖWF-Mitarbeiter selbst gedreht worden, versicherte man den staunenden Journalisten.

Ebendieser bestritt quasi das Vorprogramm und überbrückte die Wartezeit bis zum Test des 45 Kilogramm schweren Raumanzug-Prototyps "Aouda.X". Auf einer Stange fixiert, setzte der Mitarbeiter Materialen wie etwa Aluminium oder Holz den Blitzen der Tesla-Spule aus. Getestet wurde dabei wie lange und gut Materialien, die auch bei einem Raumanzug zu finden sind, diesem starken Blitzgewitter standhalten. Akribisch wurde sowohl Material als auch Zeitdauer festgehalten. Aluminium schlug sich dabei zum Beispiel famos. Selbst das Visier eines Raumanzuges war vor den Materialtests nicht sicher. Auch dieses hielt stand.

Am späten Nachmittag, es dämmerte schon leicht, entstieg ein sogenannter "Analog-Astronaut" dem Fenster des ÖWF. Eine mühevolle, fast schon sportliche Übung, zumal der Raumanzug eine nicht gerade niedrige Kilogramm-Zahl aufweist. Im Dienste der Wissenschaft begab sich dieser sodann zielstrebig in die Nähe der Tesla-Spule. An einer circa ein Meter langen Stange hatte der Astronaut stahlähnlich wirkendes Material befestigt. Sodann blitzte es und die statischen Blitzentladungen kamen dem Raumanzug oft gefährlich nahe.

Diese Blitzentladungen sollten aber nicht nur eindrucksvolle Demonstration der Widerstandsfähigkeit des selbst entworfenen Prototyps sein. Der Raumanzug wurde nämlich auf nichts weniger als auf seine Mars-Tauglichkeit hin getestet. Auf dem Roten Planeten können sogenannten Staubteufel auftreten, welche wiederum Blitzentladungen mit sich bringen. Erst im Angesicht dieser Staubteufel und deren Blitzentladungen stellt sich die wahre Widerstandsfähigkeit eines Raumanzuges heraus. Aufgrund des Tests in Innsbruck darf man also guter Dinge sein, dass im Ernstfall alles gut gehen würde.

Nach dem Test war der "Analog-Astronaut" jedenfalls sichtlich erleichtert und redselig. Man habe dem Anzug einer "elektromagnetischen Keule" aussetzen wollen. Erste Konzepte zu dem Anzug habe es bereits 2007 gegeben, 2009 dann erste Prototypen. Heute sei man schon recht weit und an der europäischen Spitze in dieser Entwicklung. Der "Mars-Tauglichkeit" wurde jedenfalls an diesem ansonsten ganz normalen Innsbrucker Wintertag Genüge getan.

Quelle: APA

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