Österreich

Rekordjahr für Kaiseradler und Habichtskauz

2016 war ein Rekordjahr für zwei in Österreich bereits ausgestorbene Vogelarten: 18 Brutpaare des Kaiseradlers haben heuer 31 Jungvögel großgezogen, elf Jungtiere mehr als im Vorjahr, teilte die Vogelschutzorganisation BirdLife mit. Und im Zuge der seit 2009 laufenden Bemühungen, den Habichtskauz wieder anzusiedeln, konnten heuer mit 45 Jungvögeln so viele wie noch nie freigelassen werden.

Rekordjahr für Kaiseradler und Habichtskauz SN/APA (BIRDLIFE ÖSTERREICH)/M. TI
Einige Vögel werden mit Sendern ausgestattet.

Für 190 Jahre galt der Kaiseradler in Österreich als ausgestorben. Durch intensive nationale und internationale Schutzbemühungen begünstigt, siedelte sich der mächtige Vogel 1999 wieder in Österreich an, der Brutbestand erholt sich kontinuierlich. Aktuell brüten 13 Paare in Niederösterreich und fünf im Burgenland.

In den nächsten Tagen werden die jungen Adler erstmals den elterlichen Horst verlassen, womit die kritische Zeit für sie beginnt. Bis sie im Alter von vier bis fünf Jahren eigenen Nachwuchs großziehen können, gelten sie als besonders gefährdet. Insbesondere die illegale Verfolgung sowie Kollisionen und Stromschläge an Stromleitungen und Windkraftanlagen bringen den unerfahrenen Adlern oft den Tod.

BirdLife statteten auch heuer zwei der im Burgenland erbrüteten Greifvögel mit einem GPS-Sender aus, um mehr über deren Verhalten zu erfahren. Die Aufenthaltsorte der Jung-Adler werden aus Naturschutzgründen nicht preisgegeben, allerdings sind Wanderrouten der in den Vorjahren mit Sendern versehenen Kaiseradler online unter www.satellitetracking.eu einsehbar.

Im Zuge eines Wiederansiedlungs-Projekts des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurden heuer so viele Habichtskäuze wie noch nie in die Wälder des Wildnisgebiets Dürrenstein und des Biosphärenparks Wienerwald entlassen. Weil den Eulenvögeln mit naturnahen Buchenmischwäldern ihr bevorzugter Lebensraums abhanden gekommen war, sind die letzten Habichtskäuze Mitte des 20. Jahrhunderts aus Österreich verschwunden.

Als Grund für die hohe Zahl an Freilassungen nannte der verantwortliche Wissenschafter Richard Zink, dass die Buchen heuer viele Bucheckern tragen. Weil dadurch mit vielen Mäusen zu rechnen sei, würden die Überlebenschancen der Jungkäuze besonders gut stehen. Zudem hoffen die Forscher, dass es daher im nächsten Jahr reichlich Freiland-Nachwuchs geben könnte.

Von ihrem Freilassungsort schwärmen die jungen Habichtskäuze sternförmig aus, um sich ein eigenes Revier zu suchen. Eines der Tiere wählte dabei kürzlich offensichtlich die falsche Richtung: Ein paar Tage lang jagte der Habichtskauz in einem Innenhof an der Lerchenfelder Straße in Wien-Josefstadt nach Mäusen und Tauben, berichteten die Wissenschafter. Mittlerweile zieht der Vogel aber seine Runden wieder im Wienerwald.

Internet: www.birdlife.at; http://www.habichtskauz.at

Quelle: APA

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