Österreich

Rumänische Einbrecher-Bande in der Steiermark geschnappt

Steirische Ermittler ist ein Schlag gegen eine rumänische Einbrecher-Bande gelungen. Die Verdächtigen sollen innerhalb von sechs Monaten 173 Einbruchsdiebstähle in Österreich begangen haben, in unterschiedlicher Zusammensetzung und bei 25 Einbruchsserien. Diebesgut im Wert von rund 245.000 Euro wurde erbeutet. Der Sachschaden beträgt rund 120.000 Euro, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Die Ermittlungen waren erfolgreich.  SN/APA/BARBARA GINDL
Die Ermittlungen waren erfolgreich.

Aufgefallen waren die vermehrten Einbrüche im März 2016 zuerst im Raum Bruck an der Mur und Kapfenberg. Dort hatten es die Täter vor allem auf Kellerräume, Schulen, Kindergärten und Firmen abgesehen. Durch Hinweise aus der Bevölkerung und weil die Verdächtigen mehrmals in der Nähe der Tatorte von Beamten beobachtet wurden, forschte die Ermittlergruppe aus Bruck zwei Verdächtige aus: den mutmaßlichen Kopf der Bande, einen 29-Jährigen, sowie einen 32-jährigen Mittäter.

Nachdem man die mutmaßlichen Einbrecher auch noch observiert hatte und genug Beweise beisammen waren, ertappte man sie auf frischer Tat. Die Männer waren nämlich meist direkt nach den Einbrüchen mit der Beute nach Rumänien gefahren. So auch Ende Oktober 2016. Bei der Fahrt über Wien zum Grenzübergang Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) klickten in Schwechat die Handschellen. Im Gepäck hatten sie Diebesgut, das von einer Einbruchsserie in Mürzzuschlag und Langenwang (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) stammte.

Weitere Erhebungen führten zu einem 32-jährigen Rumänen, der in Graz lebt. Er wurde ebenfalls festgenommen. Zur Tätergruppe gehören zumindest sieben weitere Verdächtige, die zwar teilweise namentlich bekannt sind, aber noch nicht gefunden werden konnten. Vier von ihnen sollen auch in Österreich gewesen sein, drei sind in Rumänien und sollen dort als Hehler fungiert haben.

Zusammen hatten die zehn Männer von April bis Oktober 2016 die mehr als 170 Einbrüche in der Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich und Kärnten begangen. Dafür fuhren die Täter extra in die anderen Bundesländer und nahmen sich dort teilweise auch Hotelzimmer. Der Leiter der Ermittlergruppe erklärte auf APA-Anfrage, dass die Tatorte oftmals über Verkaufs-Plattformen im Internet gefunden wurden. Verkäufer hatten dort ihre genaue Adressen angegeben, weshalb die Täter wussten, wo welche Beute zu holen ist.

Das Diebesgut brachten sie großteils nach Rumänien, wo sie es gewinnbringend verkauften. Die drei festgenommenen Verdächtigen zeigten sich weitgehend geständig. Sie wurden in die Justizanstalt Leoben gebracht. Die Fahndung nach den Mittätern läuft. Laut den Ermittlern ist nicht auszuschließen, dass die Täter noch weit öfter in Häuser und Wohnungen eingebrochen haben. Die 173 Einbrüche sind jene, die ihnen eindeutig zuzuweisen waren, andere dagegen konnten ihnen nicht so deutlich zugeordnet werden. Außerdem lebt der Haupttäter seit 2011 in Österreich. Alle Verdächtigen sind einschlägig vorbestraft, sowohl in Österreich als auch in Rumänien.

Quelle: APA

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